
Als die junge bayrische Prinzessin mit dem österreichischen Erzherzog Franz Karl verheiratet wird, ist das alles andere als eine Liebesheirat. Der unbeholfene Franz Karl, ein Bruder des noch unfähigeren späteren Kaisers Ferdinand, verliebt sich jedoch in die gebildete junge Frau. Erst nach zahlreichen Fehlgeburten kommt Franz Joseph zur Welt.
Nun ist es das einzige Ziel seiner Mutter, aus ihm den Kaiser von Österreich zu machen, was ihr auch gelingt, wie wir alle aus der Geschichte wissen. Dass ihre Schwiegermutter auch ihre Halbschwester ist, ist dann schon wieder nicht so bekannt. Vermutlich ganz unbekannt ist bestimmt das Rezept für eine verlässliche Pomade aus dem „Mark von Ochsenknochen, drei Eiern, gekochten Spargelspitzen und Perubalsam“.
Das alles ist gut nachzulesen in diesem Roman, der über das Leben dieser klugen und ehrgeizigen Frau spannend erzählt. Auch vor schweren Schicksalsschlägen wird Sophie nicht verschont; ihre einzige Tochter stirbt an Typhus, ihr Sohn Maximilian wird in Mexiko erschossen, ihre Enkeltochter stirbt in sehr jungen Jahren. Und dennoch wird Sophie von ihrem tiefen Glauben getragen und kann sich auch an schönen Stunden erfreuen. Dass das Verhältnis zu ihrer Schwiegertochter nicht das beste war, wissen wir aus den Filmen. Im Buch wird jedoch Sophies großes Bemühen um das Glück ihrer Familie und der Dienst an der Krone in den Vordergrund gestellt.
Und ihre Gedanken über das Leben „… eine flüchtige Erzählung, ein Teil davon wahr, der Rest Gerüchte, Unwahrheiten …“, können wir mitnehmen in unsere Zeit, in unser Leben. Ein schöner Roman.

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