
Eröffnet wird das Buch mit den Kapiteln Bilderstreit und Bildersturm. Der Bilderstreit, der von Byzanz aus vor allem im Osten des Römischen Reiches mehr als hundert Jahre für Auseinandersetzungen sorgte. Schließlich kehrte durch die Unterscheidung zwischen den Begriffen Anbetung, die allein Gott gebührt, und Verehrung Friede ein.
Imbach kehrt dabei die Machtverhältnisse nicht unter den Tisch: Mönche und Volk gingen aus dem Bilderstreit gestärkt hervor. Machtfragen sind häufig untrennbar mit Konflikten um kirchliche Kunst verbunden, wie der Bildersturm der Reformation zeigt.
Auch der Weg zur einer rechtgläubigen Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit verlief alles andere als geradlinig. Ebenso stellte die Frage der Nacktheit ein Problem dar.
Imbach zeigt in dem hervorragend bebilderten Buch eine Reihe von Kunstwerken, die im Auftrag von Päpsten im nachhinein bekleidet wurden.
Der Disput darüber, was „heilsame Provokation oder Blasphemie“ ist, beginnt nicht erst mit dem „gekreuzigten Frosch“ von Martin Kippenberger im Jahr 1990, sondern bereits in Tafelbildern der Gotik finden sich unter dem Deckmantel des Frommen „anstößige“ Motive.
Imbachs Buch ist eine profunde und anregende Einladung auf Kunstwerke genau hin- und dahinter zu schauen.

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