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Hilfsorganisationen fordern bessere Pflege: Kraftakt für würdiges Altern

GESELLSCHAFT_SOZIALES

Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe sind sich einig: Langzeitpflege und Betreuung sind in Österreich nicht zukunftsfit. Die Politik wäre gefordert, endlich hinzuschauen.

Ausgabe: 08/2026
17.02.2026
- Andrea Mayer-Edoloeyi
Mobile Pflege ist günstiger als ein Pflegeheim und auch viele Menschen möchten gerne im Alter zu Hause leben – wie Erna Rechberger, hier gemeinsam mit Caritas-Mitarbeiter Daniel Burgstaller aus Bad Schallerbach.
Mobile Pflege ist günstiger als ein Pflegeheim und auch viele Menschen möchten gerne im Alter zu Hause leben – wie Erna Rechberger, hier gemeinsam mit Caritas-Mitarbeiter Daniel Burgstaller aus Bad Schallerbach.
© Caritas OÖ

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) fordert, Pflege und Langzeitpflege bei der aktuellen Gesundheitsreform „aus dem toten Winkel zu holen“ und „vom Rand ins Zentrum zu rücken“. Pflege sei politisch ins Abseits geraten, was zu „teuren Fehlsteuerungen“ führe und Betroffene wie Angehörige alleinlasse, warnten die Hilfsorganisationen. Gemeinsam leisten diese zwei Drittel der mobilen Pflege. 

 

Mobil vor Stationär


Eine stärkere Verzahnung von Gesundheits- und Pflegesystem mahnte Caritas-Generalsekretärin Anna Parr ein. Bis 2050 steige die Zahl der über 65-Jährigen um 30 Prozent. Schon jetzt würden 80 Prozent der Pflege von Angehörigen geleistet – darüber werde „viel zu wenig geredet“. Das Finanzierungssystem setze Fehlanreize, weil häusliche Pflege unterfinanziert sei. Wer „Mobil vor Stationär“ ernst nehme, müsse die Pflege zu Hause kostendeckend ermöglichen. Gerry Foitik vom Roten Kreuz warnte vor einem teuren „Drehtüreffekt“ durch mangelnde Nachsorge nach Krankenhausaufenthalten.

 

Informationsdefizite


Maria Katharina Moser von der Diakonie machte darauf aufmerksam, dass jeder Zweite nicht wisse, wohin er sich im Pflegefall wenden könne.
Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger betonte, „Pflege zu Hause darf kein Luxus sein“ und erinnerte daran, dass Pflege vor allem von Frauen geleistet wird. 

 

Kompetenzstreitigkeiten


BAG-Vorsitzende Elisabeth Anselm vom Hilfswerk kritisierte zudem Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Ländern sowie Rückschritte bei der Digitalisierung, die Pflegekräfte entlasten sollte. 


Einen „Österreichplan“ für die Pflege fordern die Sozialorganisationen regelmäßig. Ähnlich lautende Aufrufe gab es auch schon 2024 und 2025. Die Politik hat bisher kaum reagiert, die Hilfsorganisationen bieten weiter ihre Praxiserfahrungen und Expertise an. 
 

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