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„Wir sind mit einem guten Gefühl von Endulen nach Haus gefahren“, sagt Reinhard Mattes. Der ehemalige Landeskulturdirektor Oberösterreichs ist Obmann der Initiative „Pro Watschinger“.
Diese nimmt sich in Verbindung mit dem Cartellverband OÖ und vieler Unterstützer:innen um das Erbe des 1991 verstorbenen Cartellbruders Herbert Watschinger an. Der Priester und Arzt ging 1964 als Missionar nach Tansania und gründete in Wasso ein erstes Spital. Im Jahr 1976 kam ein weiteres in Endulen dazu. Beide Krankenhäuser gehören inzwischen der Diözese Arusha, aber die Unterstützung aus der Heimat des Gründers ist vor allem bei anstehenden Erneuerungen unabdingbar.
So war das Fest zum 50-Jahr-Jubiläum von Endulen, zu dem Anfang Februar eine Delegation aus OÖ – unter ihnen Reinhard Mattes – angereist war, der Abschluss eines Renovierungsprojektes. Es wurden die Geburtenstation und das Haus für acht Ordensfrauen, die in der Krankenpflege tätig sind, neu gebaut. Zu den 75. 000 Euro an Kosten hat das Land OÖ 40 Prozent beigetragen, der Rest wurde von Pro Watschinger, privaten Spenden von CV-Mitgliedern und dem Watschinger-Fonds, den die Diözese Linz unterhält, finanziert.
Das kleine Spital in Endulen mit 35 Betten und zusätzlich einer Geburtenstation mit 20 Betten ist die Säule der Gesundheitsversorgung der Massai-Bevölkerung nahe dem Ngorongoro-Krater, einem berühmten Naturschutzgebiet.
In Österreich wenig bekannt ist, dass die halbnomadischen Massai in Tansania stark unter Druck geraten sind. Die Regierung hat begonnen, die seit jeher vernachlässigte und benachteiligte Volksgruppe aus ihren angestammten Gebieten zwangsweise abzusiedeln und zu vertreiben. Es sollen dort vermutlich Lodges für Superreiche entstehen können. In dieser Situation der Bedrängnis sind funktionierende Institutionen besonders wichtig: wie das Krankenhaus in Endulen, das mit der nahen Pfarre und der Schule in der Region eine wichtige Säule für die Gemeinschaft der Massai bildet.
„Hinter Endulen steht eine starke lokale Community“, hebt Reinhard Mattes die Verankerung in der Bevölkerung hervor. „Das Krankenhaus kann den Betrieb gut aufrechterhalten. Grundsätzlich läuft es gut.“ Die Herausforderungen des Alltags, die es natürlich gibt, gilt es für ihn in ein großes Ganzes einzuordnen. „Ohne die Spitäler in Wasso und Endulen hätten 250.000 Menschen keine medizinische Versorgung. 12.000 bis 15.000 Menschen werden jährlich in den beiden Spitälern behandelt und erhalten dort Hilfe.“ Das macht für ihn und Unterstützer:innen von Pro Watschinger allen Einsatz wert und jede Mühe sinnvoll.
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