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In reichem Maß beschenkt: ge-geben

begleiten, beleben, bestärken

Sprüche kann man sich gut merken. Und oft sind bestimmte Sprüche auch mit bestimmten Menschen verbunden, die diese gerne benutzt und darin auch die eine oder andere Lebensmaxime verpackt haben.
 

Ausgabe: 9/2019
28.02.2019
- Werner Urbanz

Freigiebig 

Immer wieder begegnet man Menschen, die einem im Gespräch rückblickend erzählen, dass „sie alles zurückbekommen“ hätten, was sie an Energie emotional oder auch materiell weitergegeben haben. Es sind meist vom Charakter her positiv und grundsätzlich optimistisch gestimmte Typen. Sie haben in ihrem Leben die Erfahrung gemacht, dass man keine Angst haben muss, am Ende mit leeren Händen dazustehen, wenn man „etwas“ investiert. Im Lukasevangelium spricht Jesus zu den vielen Menschen (6,38): „Gebt, dann wird auch euch gegeben werden.“ Wer etwas hergibt, der bekommt auch etwas. Zu einer solchen Einstellung wird hier motiviert.

 

Wesentlich

Interessant finde ich, dass solche Lebensmaximen gerne in Form von Sprüchen wiedergegeben werden. Ein Spruch versucht Aspekte der durchaus komplexen Wirklichkeit und Lebensrealität zusammenzufassen und auf den Punkt zu bringen. Erfahrungen werden gebündelt und münden in einer knappen, leicht merkbaren Form. Damit soll den Menschen eine Orientierungshilfe geboten werden, die im Fall des Falles dann passend abgerufen und eingesetzt werden kann. 

 

Überfließend

Im Lukasevangelium geht der Spruch noch weiter: „In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“ Der letzte Teil entspricht auf eine gewisse Art und Weise dem ersten Spruch und führt ihn weiter. Das Geben wird mit einem Maß in Relation gebracht. Und in der Mitte findet sich die Pointe. Wer gibt, bekommt nicht nur zurück, sondern der wird beschenkt, reich beschenkt. Und das illustriert das Bild vom Maß. In einer Zeit, in der man zumeist fertig abgepackte und normierte Waren kauft, erlebt man es nicht mehr so oft, dass vor den eigenen Augen etwas abgewogen oder mithilfe eines Maßes gemessen wird. Das biblische Maß ist sehr großzügig. Es ist nicht nur wirklich voll. Man komprimiert sogar den Inhalt und rüttelt das Maß auch noch, damit noch mehr hineingeht. Und letztlich wird nochmals alles gehäuft aufgefüllt. Ist das nur ein schönes Wunschbild oder spricht hier auch jemand aus Erfahrung? Aus einer Gotteserfahrung? «

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