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Glaube und Aktivismus vereint: Priester kämpft für indigene Rechte

WELTKIRCHE_

Der 79-jährige peruanische Priester Luis Zambrano ist als Menchenrechtsaktivist ein Hoffnungsträger tausender Menschen in Peru. Katholische Männerbewegung Österreichs würdigt diesen Einsatz mit dem Romeropreis 2025.

 

Ausgabe: 46/2025
11.11.2025
- Ingrid Burgstaller
Hoffnungsträger tausender Menschen in Peru und diesjähriger Romeropreisträger: Luis Zambrano (links im Bild).
Hoffnungsträger tausender Menschen in Peru und diesjähriger Romeropreisträger: Luis Zambrano (links im Bild).
© RB/Sei So Frei

Armut, Ausgrenzung und politische Willkür prägen den Alltag der Menschen in den Hochländern Perus. Luis Zambrano und sein Team von FEDERH setzen dem mit Aufklärung, rechtlicher Unterstützung und gezielter Armutsbekämpfung etwas entgegen. Ihr Einsatz gilt Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Würde der Ärmsten. Viele wissen nicht einmal, dass sie Rechte haben – hier setzt FEDERH an: mit Beratung zu Gewalt, Menschenhandel, politischer Teilhabe, Arbeitsrecht, Alimente, Frauenrechten, Umweltschutz und Armut.

 

Aus Liebe zu den Menschen


Für sein Engagement erhält Luis Zambrano (79) heuer den Romeropreis. „Ich bin ein einfacher Lehrer und Priester“, sagt er bescheiden. Dass er als Menschenrechtsaktivist und Dichter über die Grenzen Perus hinaus bekannt ist, erwähnt er kaum. Lieber spricht er über die Menschen in seinen Gemeinden in Puno und Juliaca am Titicacasee. Obwohl er an der Küste als Kind eines Lehrerehepaares aufgewachsen ist, fühlte er sich „den Menschen aus dem Gebirge“ schon immer sehr nahe. Früh beobachtete er ihre Ausbeutung und Diskriminierung. „Die Dienstmädchen aus dem Hochland wurden sehr schlecht behandelt. Schon als Kind war es normal für mich, sie zu verteidigen.“ 


Als 15-Jähriger habe er dann seine erste Reise ins Hochland unternommen. „Ich war glücklich. Für andere ist eine Versetzung ins Hochland eine Strafe. Für mich ist es das größte Geschenk Gottes, dass ich seit 1982 dort sein kann. Ich liebe diese Menschen.“ Und Luis Zambrano spricht ihre Sprache. Es fehle ihm zwar an Übung, aber bei den heiligen Messen wechsle er immer auch in Quechua und Aymara, die indigenen Sprachen, die so lange verpönt waren.

 

Er lebt, was er predigt


Luis Zambrano ist mitten unter den Menschen. „Hola Lucho!“ rufen sie ihm zu, wenn er durch Puno und Juliaca geht. Er hört zu und fragt nach. „Ich will nicht nur über Gerechtigkeit sprechen, ich will, dass Menschen sich gesehen fühlen“, sagt er. „Jeder Mensch hat Würde und verdient Gehör.“ 


In seinen Gedichten zeigt sich seine befreiungstheologische und indigene Prägung. Als Aktivist lebt er, was er predigt. Sein Engagement ist gelebte Gerechtigkeit – mutig, unbequem, ausdauernd. Dass es dabei um Leben und Tod geht, verdeutlicht der 9. Jänner 2023. Zambrano bezeichnet ihn als „Tag des Massakers“. Die Polizei erschießt in Juliaca bei friedlichen Protesten 18 Menschen, darunter drei Jugendliche. Zambrano eilt ins Spital. Ohne Organisationen wie FEDERH gäbe es niemanden, der für diese Menschen eintritt und juristisch Druck macht – bis heute. Kraft gebe ihm dabei das Evangelium und sein Optimismus. „Ich habe immer Hoffnung: für mein Land, meine Menschen und auch für die Kirche.“

 

Österreich im Herzen


Österreich hat einen besonderen Platz in Zambranos Herz. Ab 1977 studierte er in Innsbruck und fand Partner wie Sei So Frei, die ihn bis heute unterstützen. Nun ist er in Österreich, um den Romeropreis der Katholischen Männerbewegung am 14. November in Graz entgegenzunehmen. Bischof Oscar Romero, Prophet einer Kirche der Armen, sei für ihn wie ein Freund: „Ich fühle mich spirituell sehr verbunden mit ihm.“

 

Romeropreis


Erzbischof Óscar Romero wurde am 24. März 1980 während einer Messe in San Salvador erschossen und ist bis heute eine Symbolfigur im Kampf für soziale Gerechtigkeit. Zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert, später von Papst Franziskus heiliggesprochen. Seit 1981 vergeben die Katholische Männerbewegung Österreichs und Sei So Frei den nach ihm benannten Romero-Preis.

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