Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
„Funktionierendes Zusammenleben geht nur, wenn man im Gespräch bleibt“, erklärt Martin Brait seine Motivation, sich für Menschen anderer Religionen und für Geflüchtete zu engagieren. Er leitete das Projekt „Brücken bauen“ die letzten sechs Jahre; seit Kurzem ist der Theologe Pastoralvorstand für die Pionierpfarre Schärding. Sein Zugang ist so verbindend wie pragmatisch: „Es ist Realität, dass Muslime in unserem Bezirk leben“ und „Der Staat hat die Schutzwürdigkeit von Geflüchteten entschieden – wir müssen etwas tun, dass das Miteinander vor Ort gelingt.“ Das ist auch sein Appell an die politisch Verantwortlichen, die ihm oft zu zögerlich sind und Migrant/innen lieber woanders als im eigenen Ort sehen.
Hier konnten Pfarren während des Hochs der Corona-Pandemie „aushelfen“: Muslim/innen brauchten dringend einen Raum für das Freitagsgebet. Die Pfarren Zell an der Pram und Andorf stellten den Pfarrsaal zur Verfügung. Zwischenzeitlich wurde für die Religionsausübung der Muslim/innen ein anderer Raum im Familienzentrum Schärding gefunden. Doch der Islamische Kulturverein bräuchte auch Platz für Treffen zum Austausch untereinander und für Nachhilfeunterricht für die Kinder. „Das Grundproblem eines Raums für die Muslime im Bezirk ist nicht gelöst“, weiß Martin Brait.
Gemeinsam mit Freiwilligen entstanden in den letzten Jahren verschiedene weitere Aktivitäten in Solidarität mit Menschen auf der Flucht. „Wir können doch Menschen am Rand nicht im Regen stehen lassen“, sagt der Theologe und weiter: „Der Monopolanspruch des Christentums ist seit dem II. Vatikanischen Konzil vorbei. Heute geht es darum, dass das Gemeinsame der Religionen wertvoll ist.“
Die Antwort auf den Krieg in der Ukraine war ein Lichterlabyrinth auf dem Schärdinger Stadtplatz unter dem Motto „Geh mit für den Frieden“. Zudem wurden Sachspenden für Geflüchtete aus der Ukraine gesammelt und der „Sommer des Respekts“ gemeinsam mit Künstler/innen organisiert. Schon in den Vorjahren hatten interreligiöse Gebete in der Bezirkshauptstadt stattgefunden.
Regionale Künstler/innen waren auch bei den „Wochenenden für Moria“ eingebunden. Hier ging es um eine menschenwürdige Behandlung von Geflücheten an den Außengrenzen der EU, insbesondere die Forderung nach der Aufnahme von Kindern in Österreich. Auch mehrere Pfarren des Bezirks Schärding beteiligten sich an den „Wochenenden für Moria“ und stellten ein Zelt auf. Sie luden die Menschen ein, sich zu informieren und Briefe an Politiker/innen zu schreiben. «

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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