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Neue Kapelle der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Mauthausen

Friedens-Mahnmal aus Stein

KIRCHE_OÖ

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije Perić weihte am 10. Juni auf dem Soldatenfriedhof von Mauthausen eine neue Kapelle. Sie ist ein Mahnmal für Frieden und Verständigung.

Ausgabe: 24/2023
13.06.2023
- Josef Wallner
Der serbische Freskenmaler und Diakon Nikola Lubarić hat in vier Monaten Arbeit die Kapelle in Mauthausen mit Fresken ausgemalt. Er hat dort die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter aktualisiert.
Der serbische Freskenmaler und Diakon Nikola Lubarić hat in vier Monaten Arbeit die Kapelle in Mauthausen mit Fresken ausgemalt. Er hat dort die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter aktualisiert.
© Kiz/JW

Die neue Kapelle erinnert an die 8.000 serbischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg auf diesem Areal als Kriegsgefangene verstarben. 

 

Die hygienischen Bedingungen im 64 Hektar großen Lager im Gemeindegebiet von Mauthausen, wo bereits wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs serbische Soldaten interniert worden waren, waren unvorstellbar katastrophal. Darum ist es nicht verwunderlich, dass im Lager eine Fleckfieber-Epidemie ausbrach.

 

Mädchen in ihren farbenfrohen serbischen Trachten beim Gottesdienst in Mauthausen
Mädchen in ihren farbenfrohen serbischen Trachten beim Gottesdienst in Mauthausen
Der Patriarch besuchte auch die serbisch-orthodoxe Gemeinde in Linz.  Mehr Bilder von den Liturgien in Mauthausen und Linz: www.kirchenzeitung.at
Der Patriarch besuchte auch die serbisch-orthodoxe Gemeinde in Linz. Mehr Bilder von den Liturgien in Mauthausen und Linz: www.kirchenzeitung.at
Partriarch Porfirije mit Pro Oriente OÖ-Vorsitzendem Altlandeshauptmann Josef Pühringer und Bischof Manfred Scheuer;
Partriarch Porfirije mit Pro Oriente OÖ-Vorsitzendem Altlandeshauptmann Josef Pühringer und Bischof Manfred Scheuer;
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Insgesamt fielen der Seuche rund 8.000 serbische Soldaten zum Opfer. Während für die italienischen Soldaten, die nach dem Kriegseintritt Italiens im Jahr 1915 ins Lager kamen und dort verstarben, schon 1922 ein Denkmal errichtet wurde, blieben die serbischen Opfer immer nur „miterwähnt“.

 

Unter Leitung des Wiener serbisch-orthodoxen Bischofs Andrej Ćilerdžić wurde auf dem Gelände des heutigen Militärfriedhofs Mauthausen im Jahr 2016 mit dem Bau einer Kapelle für die serbischen Opfer begonnen. Im Rahmen seines Österreichbesuchs hat Patriarch Porfirije Perić, Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, am 10. Juni die Gedenkkapelle geweiht, die den „Heiligen Neumärtyrern Serbiens“ gewidmet ist. Zum Festakt sind neben serbischen Bischöfen von Prag bis Montenegro rund 2.000 serbisch-orthodoxe Gläubige aus ganz Österreich gekommen.

 

Patriarch Porfirije erinnerte, dass die Kapelle auf dem ehemaligen Lagergelände errichtet wurde: „Dort, wo unschuldige Menschen gestorben sind, ist Gottes Gegenwart besonders groß.“ Er wies auch auf den Linzer römisch-katholischen Bischof Rudolph Hittmair hin.

 

Als der Diözesanbischof von der Epidemie im „Serbenlager“ erfuhr, besuchte er die Gefangenen, steckte sich dabei an und verstarb am 5. März 1915. „Er hat gezeigt, dass es ihm wirklich um das Evangelium ging“, betonte der Patriarch. Hittmair ist daher in der neuen Kapelle – was für die orthodoxe Kirche ungewöhnlich ist – ein großes Fresko gewidmet. Es stellt  Hittmair als barmherzigen Samariter dar.

 

„Das heutige Gedächtnis nimmt uns hinein in die Abgründe des Kriegs und schafft das Bewusstsein, dass das friedliche Zusammenleben auf unserem Kontinent fragil ist und dass es Personen braucht, die Frieden vermitteln“, unterstrich Bischof Manfred Scheuer in seinen Grußworten. Altlandeshauptmann und Pro Oriente OÖ-Vorsitzender Josef Pühringer nannte die im Soldatenfriedhof errichtete Kapelle „ein steinernes Ausrufezeichen: Nie wieder Krieg!“.      

 

 

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Der serbische Freskenmaler und Diakon Nikola Lubarić hat in vier Monaten Arbeit die Kapelle in Mauthausen mit Fresken ausgemalt. Er hat dort die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter aktualisiert: Die Darstellung zeigt Bischof Rudolph Hittmair (links) und den Lagerarzt Dr. Friedrich Koch. Die beiden betreuen einen typhuskranken serbischen Soldaten. Wie Hittmair hatte sich auch Dr. Koch infiziert und verstarb an Typhus.    

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