Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Hinter dem jetzt vielfach geäußerten Wunsch nach einem hoffentlich guten neuen Jahr liegt in der heutigen Krisenzeit Verunsicherung und ein diffuses Gefühl, einer schwierigen Zukunft entgegenzugehen.
In einer Botschaft an die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zum Jahreswechsel hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer dazu aufgerufen, die Sehnsucht nach Frieden auch im Kleinen zu beherzigen und Zusammenhalt auf allen Ebenen zu fördern.
Es gelte, mit Gesten der Versöhnung, mit Einfühlungsvermögen in andere Menschen, mit aufmerksamen Begegnungen Einfluss zu nehmen, schrieb Scheuer laut einer Aussendung der Diözese Linz am Mittwoch. Nichts scheine angesichts der Bedrängnisse unserer Zeit wichtiger zu sein, als das Verbindende zu suchen und zu stärken.
"Es sind kleine Schritte, die zu einem Zusammenhalt in den Familien und bei den unmittelbaren Sozialkontakten führen, die zu mehr Zusammenhalt auf Ebene der lokalen Gemeinschaften in Landgemeinden genauso wie in der Stadt, im kirchlichen Bereich genauso wie in anderen gesellschaftlichen Settings führen", wies Scheuer hin. In einem solchen Geist werde es auch gelingen, große gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern, zeigte sich der Bischof zuversichtlich.
Scheuer erinnerte an die Erklärung, die die Bischöfe zu Beginn des Advents zu dem Thema abgaben: Es brauche lebendige und belastbare Gemeinschaften - Familien, Freundschaften, Pfarrgemeinden, Vereine und soziale Initiativen. "In Gemeinschaft erleben wir, dass wir manchmal diejenigen sind, die andere durch schwierige Zeiten hindurchtragen", gab Scheuer die damaligen Aussagen wieder. "Und manchmal sind es wir selbst, die Hilfe brauchen." Diese "tragenden Gemeinschaften" müssen nach Überzeugung der Bischöfe gestärkt werden "und wollen wir auch als Kirche stärken".
Der Linzer Bischof sprach auch den anhaltenden Krieg in der Ukraine an, der den Menschen hierzulande nicht nur medial nahe gehe. Viele stünden vor existenziellen Problemen durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten. "Auch wenn die Komplexität der Ereignisse und der politische Wille der Kriegführenden Außenstehenden kaum Einblick gewähren, hoffe ich auf 'Windows of Opportunities'", formulierte Scheuer eine "Sehnsucht nach Frieden".
Solidarität sei jedenfalls aktueller denn je: "Solidarität brauchen jene Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, jene Menschen, die vor Krieg und Terror flüchten, jene Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft stehen."
Dass diese Haltung in vielerlei Hinsicht in unserem Land bereits gelebt werde, "macht mich dankbar und auch zuversichtlich", erklärte Scheuer. Er erinnerte an ein Wort des Jesuitenpaters Alfred Delp, das dieser in NS-Haft kurz vor seiner Ermordung schrieb: "Gott ist mit uns! Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt."

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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