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Worte voll Zuversicht - Serie Teil 3 von 4

GLAUBENS_GUT

Vertrauen wächst, wenn man den ersten Schritt geht - über diese Botschaft lesen wir in der Apostelgeschichte. 

Ausgabe: 03/2026
13.01.2026
- Szidonia Lörincz
Das Leben ist nicht immer erfolgreich. Gott ist in solchen Situationen anwesend, nicht abwesend.
Das Leben ist nicht immer erfolgreich. Gott ist in solchen Situationen anwesend, nicht abwesend.
© Adobe Stock

Apostelgeschichte 27 – Paulus und der Schiffbruch

 

Das Kapitel 27 der Apostelgeschichte gehört zu den bewegendsten Erzählungen des Neuen Testaments. Die Seereise, die dort geschildert wird, ist mehr als ein historischer Bericht. Sie ist ein geistliches Bild davon, wie Gott Menschen durch Krisen begleitet, selbst wenn Entscheidungen, die andere treffen, ins Chaos führen. Der Text verbindet Realismus, Hoffnung und tiefe Theologie: Gott verlässt uns nicht, auch wenn es durch Sturm und Dunkel geht.

 

Gottes Zusage mitten im Chaos


Paulus ist als Gefangener unterwegs nach Rom, doch geistlich ist er frei. Zu Beginn warnt er die Verantwortlichen vor der gefährlichen Überfahrt. Seine prophetische Einsicht wird jedoch überhört – nicht aus bösem Willen, sondern aus menschlicher Selbstsicherheit und ökonomischem Kalkül. Theologisch erinnert dies an die vielen Situationen, in denen Gottes leise Mahnung gegen laute, scheinbar vernünftige Stimmen verliert. Aber die verpasste Chance bedeutet nicht das Ende der Geschichte: Gottes Fürsorge bleibt bestehen.


Der dramatische Sturm, der das Schiff dann erfasst, ist ein Sinnbild existenzieller Erschütterungen. Die Mannschaft verliert die Orientierung – ein starkes Bild für jene Phasen, in denen auch wir keine Klarheit mehr haben. Die Bibel verschweigt die Angst nicht, sie nimmt sie ernst. Gerade darin wird Gottes Nähe erfahrbar: nicht als schnelle Lösung, sondern als Zusage mitten im Chaos.

 

Wenn Sicherheit zerbricht, trägt Gottes Zusage


Paulus wird in dieser Not zum „Seelsorger an Bord“. Die Worte, die er spricht, bilden den theologischen Kern des Kapitels: „Habt also Mut, Männer! Denn ich vertraue auf Gott, dass es so kommen wird, wie mir gesagt worden ist.“ Vertrauen wächst nicht aus sichtbaren Erfolgen, sondern aus Gottes Treue. Die äußere Sicherheit zerbricht, doch die Zusage Gottes trägt. Glaube bewahrt uns nicht vor Verlusten, aber er bewahrt uns in den Verlusten.


Paulus’ Handeln ist ebenso theologisch wie praktisch: Er ermutigt die Männer zum Essen, ruft zu Besonnenheit auf, stärkt die Gemeinschaft. Hoffnung wird hier körperlich, alltagsnah, bodenständig. Sie zeigt sich in kleinen Gesten: einem Brot, einem Wort, einer Erinnerung an Gottes Beistand.

 

Apostelgeschichte 27 lädt dazu ein, die Stürme des Lebens nicht als Zeichen der Abwesenheit Gottes zu deuten, sondern als Orte seiner verborgenen Gegenwart.

 

Gott wirkt mitten im Sturm

 

Der Text macht Mut, dass Gott auch dann handelt, wenn unsere Pläne scheitern, wenn andere Entscheidungen treffen, die uns ins Schlingern bringen, oder wenn wir den Horizont aus den Augen verlieren. Er zeigt: Zwischen Gottvertrauen und Verantwortungsübernahme besteht kein Gegensatz. Der Glaube stärkt uns, das zu tun, was möglich ist – und das Unmögliche Gott zu überlassen. So wird die Apostelgeschichte 27 zu einer geistlichen Landkarte: nicht für die Umgehung von Stürmen, sondern für das sichere Durchkommen. Gott führt ans Ufer – manchmal auf Wegen, die wir nicht gewählt hätten, aber immer mit einer Treue, die stärker ist als jeder Wind, deshalb: Habt Mut!

 

Serie: Vertrauen lernen

 

Die Welt ist unsicher: Kriege, Klimawandel, Wirtschaftskrise, Pandemie – Menschen verlieren den Boden unter den Füßen. Die Angst wächst, und viele verlieren sich in Heilsversprechen, die einfache Lösungen anbieten. Auch in der Bibel finden sich herausfordernde Situationen: Sturm und Gegenwind, Menschen, die ins Ungewisse aufbrechen – und darin die Erfahrung, dass Vertrauen trägt. Vertrauen ist nichts, was man einfach hat. Es wächst, wenn man den ersten Schritt geht ...

Szidonia Lörincz, Theologin, Referentin im Fachbereich Glauben Heute, Team Bibelwerk Diözese Linz, Berufungscoach WaVe®
Szidonia Lörincz, Theologin, Referentin im Fachbereich Glauben Heute, Team Bibelwerk Diözese Linz, Berufungscoach WaVe®
© Lörincz
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