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Inhalt:
Der Rosenkranz als Gebetshilfe

Ein Kranz für Maria

Glaube

Der Oktober gilt in der katholischen Kirche als Rosenkranzmonat. 

Ausgabe: 40/2022
04.10.2022
- Josef Wallner
© Museum Innviertler Volkskundehaus

Darstellungen auf Grabsteinen, Gemälden und Andachtsbildchen und vor allem die kunstvoll verarbeiteten Gebetsschnüre selbst zeigen, welchen Wert der Rosenkranz für gläubige Menschen hatte und hat.

 

Der Ursprung des Rosenkranzes lässt sich nicht einfach beschreiben. Es fließen mehrere spirituelle Traditionen ineinander. Das Jahr 1569 bildet einen vorläufigen Abschluss einer Entwicklung von rund 300 Jahren: Papst Pius V. hat den Rosenkranz mit 150 Ave Maria, gegliedert in Zehnergruppen, die mit einem „Vater unser“ eingeleitet und mit dem „Ehre sei dem Vater“ beschlossen werden, zur verbindlichen Form erklärt. 


Die 150 „Gegrüßet seist du Maria“ stehen mit dem Pater Noster Psalter in Zusammenhang. Mönche, die nicht lesen konnten, beteten anstatt der 150 Psalmen 150 „Vater unser“. Gezählt wurden die Gebete mit einer Paternosterschnur. Das „Vater unser“ wurde zunehmend durch das „Ave Maria“ ersetzt, sodass sich ein Marienpsalter ergab. Legenden begründen der Verringerung der Anzahl der „Ave Maria“ auf 50. Anstatt mit Rosen flocht man Maria mit 50 „Ave“ eine geistliche Ehrenkrone, die Rosarium genannt wurde. 


Um der Gefahr entgegenzuwirken, dass die vielen hintereinander gesprochenen Gebete zu einem Geplapper verkommen, wurden kurze Meditationsimpulse aus dem Leben Jesu eingefügt. 

 

Reduktion als Erfolgsfaktor

 

Die endgültige Reduktion auf 50 „Ave Maria“ und auf die leicht zu behaltenden 15 Gesätzchen waren die entscheidenden Faktoren, dass der Rosenkranz zum Volksgebet werden konnte, das bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts eine besondere Blüte erlebte. Wallfahrten und das Gebet in der Familie waren ohne Rosenkranz undenkbar.

 

Ebenso hatte rund um Sterben und Begräbnis der Rosenkranz seinen festen Platz, wo sich das Gebet – zumindest in Teilen – bis heute in nicht wenigen Pfarren erhalten hat. Der Theologe Romano Guardini beschreibt das Rosenkranzgebet als „Verweilen in der Lebenssphäre Mariens, deren Inhalt Christus war“, der Rosenkranz sei „im Tiefsten ein Christusgebet“.   

 

Zum Bild: Der Rosenkranz mit falschen Granat-Perlen, Paternosterperlen und Credokreuz aus Silberfiligran sowie  Abschlusskreuz aus Silberfiligran mit Emaileinlage findet sich im Innviertler Volkskundehaus in Ried im Innkreis. In der Schriftenreihe des Museums „Der Bundschuh Nr 24“ ging Oswin Marehart aus Schärding der Geschichte, unterschiedlichen Formen und der Funktion des Rosenkranzes im traditionellen Lebenslauf von gläubigen Menschen nach.   

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