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Selbstsicher gegen Zigarettenrauch

Ab Mai 2018 ist der Zigarettenrauch in Österreichs Lokalen Geschichte und zwei Monate später dürfen Jugendliche erst mit 18 Jahren rauchen. Warum er diese Neuregelungen befürwortet, erklärt Präventions-Experte Christoph Lagemann im Gespräch mit der KirchenZeitung.
Ausgabe: 18/2017
02.05.2017
- Brigitta Hasch
© vladimirfloyd - Fotolia
Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Restaurants ist europaweit fast durchgängig verboten, teilweise seit mehr als zehn Jahren. Zigarettenkonsum unter 18 Jahren ist nur noch in Österreich, Belgien und Luxemburg gestattet. 2018 ist Schluss damit. „Und das ist gut so“, meint Christoph Lagemann. 

Regeln sind wichtig


Warum es hierzulande so lange gedauert hat, diese Bestimmungen einzuführen, will er nicht kommentieren. Er möchte auch die Raucherinnen und Raucher wegen ihrer Sucht nicht stigmatisieren. „Es wollen ja viele aufhören, schaffen es aber nicht. Dass man sie aber deshalb in qualmende Glaskobel verbannt, als eine Art moderne Pranger, das geht für mich gegen die Würde des Menschen“, sagt er. Trotzdem möchte Lagemann nicht, dass überall geraucht werden darf, und findet die neuen, schärferen Bestimmungen begrüßenswert.  

Nikotin schafft rasch Abhängigkeit


Der Grund dafür, dass Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, ist nicht der, dass es ihnen schmeckt. „Ganz im Gegenteil. Rauchen, einen Lungenzug nehmen, das sind Dinge, die am Anfang Husten, ja sogar Übelkeit verursachen. Man muss das regelrecht lernen. Und dann schnappt die Falle ganz schnell zu“, erklärt der Präventions-Experte. Das Suchtpotenzial von Nikotin ist ähnlich hoch wie bei Heroin, man muss also nicht lange geraucht haben, um süchtig zu sein.

Warum rauchen Jugendliche?


Zunächst wird die entspannende Wirkung gesucht und erhofft, so wie es Erwachsene vorzeigen: viel Arbeit, viel Stress – und dann eine Zigarette zum Abschalten. 
Das Rauchen hat für junge Mädchen und Burschen aber auch einen großen Symbolwert: „Ich bin kein Kind mehr, ich bin erwachsen, ich gehöre zu euch!“, lautet ihre Botschaft. Gerade in der Pubertät, wo sie von den Erwachsenen noch nicht für voll genommen werden, aber auch keine Kinder mehr sind, sind Zeichen wie diese ganz wichtig. „Verschiebt man nun das erlaubte Rauchen auf 18 Jahre, ist diese Notwendigkeit nicht mehr so groß. Mit 17 oder 18 Jahren sind die jungen Menschen schon etwas gefestigter und müssen ihr Erwachsensein nicht mehr so zur Schau stellen“, hofft Lagemann auf weniger junge Raucher/innen nach der Gesetzesänderung.
Schließlich ist es auch ein Gruppendruck, der viele Jugendliche zum Rauchen bringt. Trotz Wissen um die gefährlichen Nebenwirkungen will man cool sein und dazugehören. Im Besonderen gilt das für das gruppenweise Rauchen von Wasserpfeifen, den so genannten Shishas. Sie sind besonders schädlich für die Gesundheit, werden aber von den Jungen und den Eltern weitgehend unterschätzt. „Ich glaube, da ist der große Hype vorbei. Und mit dem Rauchverbot in Lokalen wird es noch weniger werden“, ist Lagemann überzeugt.

Selbstbewusstsein ist beste ­Prävention


„Die meisten jungen Leute beginnen zu rauchen, weil es ihnen an Selbstwertgefühl mangelt. Daher sollten Eltern das Thema Rauchen direkt ansprechen, Regeln aufstellen und gegebenenfalls ihr eigenes Raucherverhalten hinterfragen. Vor allem sollten sie ihrem Sohn oder ihrer Tochter helfen, ein gutes Selbstbewusstsein aufzubauen“, rät der Experte, „denn NEIN sagen will auch gelernt sein.“ «


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