Schwierige Situationen mit Kindern spielen sich in vielen Familien ähnlich ab. Diese Eltern-Ratgeber zeigen, wie Lösungen aussehen können.
Ausgabe: 19/2017
09.05.2017
- Brigitta Hasch
Für Eltern von Babys und Kleinkindern befasst sich Ingrid Löbner mit ganz konkreten Situationen: Dürfen Kinder mit dem Essen spielen? Wie streng darf man sein? Oder wie verhält man sich, wenn das tägliche An- und Ausziehen jedes Mal zum Drama wird? Hier rät die Autorin zunächst, das Kind nur umzuziehen, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die Kleidung sollte eher weit sein und möglichst über die Körperseiten und nicht über den Kopf gezogen werden. Kleine Spielchen lenken das Kind ab: „Plötzlich wird eine Hand oder ein Fuß zu einem Lebewesen und spricht ...“. Das Kind vergisst sein Schreien und schwupp, ist es fertig angezogen.
Auch die steirische Pädagogin Tanja Draxler-Zenz zeigt in ihrem Buch sehr praxisnahe Beispiele auf. Ihr geht es um Entschleunigung in einer schnelllebigen Zeit, in der Eltern und Kinder durch den Tag hetzen. Da bleibt etwa zu wenig Zeit zum Spielen. Doch Spiel ist die Arbeit des Kindes, wie Maria Montessori sagte. Das Kind erwirbt dabei lebensnotwendige Kompetenzen, entfaltet Kreativität, sprachliche und kognitive Fähigkeiten. Das alles braucht Zeit, und die sollten die Eltern ihren Kinder unbedingt geben.
Simone Krebs appelliert in ihrem Ratgeber an die Eltern, den Kindern mehr zuzutrauen, Fehler zuzulassen und die Selbständigkeit zu fördern. Eltern müssen nicht über alle Hausübungen Bescheid wissen, sie sollten auf die Fähigkeiten der Kinder vertrauen und sie nicht nur an ihren Leistungen messen. So wäre das Familienleben deutlich entspannter.