Es gibt Dinge, die sagt man einfach nicht. „Schau, so eine liebe Fliege“, zum Beispiel. Oder: „Darf ich die Gelse streicheln“. Lieb ist das Kätzchen, streicheln darf man das Kaninchen. So denkt jeder. Jeder. Gelsen sind blöd, weil sie einen stechen und man sich nachher kratzen muss, weil es juckt. Deshalb würde die Sonntags-„Krone“ auch nie mit einer Gelse oder einer Fliege auf der Titelseite aufmachen. Sondern mit einem Hunderl oder einem Katzerl. Eine Gelse würde wohl nur auf den „Krone“-Titel kommen, wenn sie ein Hunderl oder Katzerl sticht und dieses verendet. Die Fledermaus beispielsweise denkt da ganz anders. Könnte sie ein „Krone“-Cover gestalten, würde sie wohl Gelsen oder andere Insekten abbilden. Für Fledermäuse sind Gelsen so etwas wie für unsereins ein knuspriges Wiener Schnitzel. Oder zumindest wie Chips. Oder Erdnüsse im Teigmantel. Da läuft ihnen das Wasser im Mund zusammen. Und weil es an manchen Orten tausende Fledermäuse gibt, braucht es auch tonnenweise Gelsen, damit niemand verhungert. Fledermäuse würden vor allem die chemische Gelsenbekämpfung, die zunehmend stattfindet, auf Titelseiten anprangern. Sie würden es Futtervernichtung nennen. Das Problem der Gelsen: Sie haben kein Sprachrohr wie die Kronenzeitung, die lieber auf den Hund kommt. Für Fledermäuse ist die „Krone“ für die Katz.
Die Gelse ist kein SchmusekaterWir haben einen Gastvogel