Unter dem Motto „Lebenszeichen“ hat die Diözese Linz eine Ausstellungsreihe zum Mitmachen eröffnet. Die Leute sind eingeladen, Gegenstände zu bringen, die ihnen wertvoll sind, weil daran Lebenserfahrungen hängen.
An sechs Orten Oberösterreichs (Perg, Kirchheim im Innkreis, Attnang-Puchheim, Linz, Bad Ischl, Sarleinsbach und Steyr) werden in den kommenden Monaten Ausstellungen organisiert. Die Präsentationen werden sich nicht dadurch auszeichnen, dass Objekte zu sehen sind, die um Millionen von Euro versichert werden müssten. Der Wert der Schau liegt in der Bedeutung für das Leben. Die gezeigten Stücke sollen von Trauer und Freude, von Angst und Hoffnung, von Enttäuschung und Ermutigung erzählen. Da können die von der Großmutter gestrickten Socken für die Verbindung zwischen Jung und Alt stehen oder Kaffeetassen auf die gute Beziehung zu den Nachbarn hinweisen. „Über die Gegenstände werden wir zu Lebensgeschichten kommen“, ist sich Wilhelm Seufer-Wasserthal vom Bildungszentrum Maximilianhaus sicher. Er sieht darin eine große Chance zur Begegnung auch mit der Kirche fernstehenden Menschen. „Wir freuen uns, wenn Dinge mit der Absicht gebracht werden: ,Das soll die Kirche von mir wissen.‘“
Was Menschen bewegt
Das Projekt Lebenszeichen, das sich von 2012 bis 2015 erstreckt, steht im Zusammenhang mit dem Gedenken „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil“ (1963–1965). Mit den Ausstellungen wird gesammelt, was die Menschen heute bewegt. In einem weiteren Schritt sollen diese Erfahrungen im Licht des Evangeliums gedeutet und dann in der Seelsorge wertschätzende Antworten gegeben werden. „Als Kirche sind wir verpflichtet, auf Gott und die Menschen zu schauen und von beiden zu lernen“, sagt Bischofsvikar Johann Hintermaier. Edeltraud Artner-Papelitzky, die Vorsitzende des Pastoralrates der Diözese erklärt: „Ich bin überzeugt, wo wir uns auf Begegnung einlassen, ändern sich beide Seiten – auch die Kirche und die Menschen.“
Die erste Ausstellung unter dem Motto „Alt/Jung“ wird am 10. Oktober 2013 in Perg eröffnet: um 19 Uhr mit einem Vortrag von Univ.Prof. Ewald Volgger über das Zweite Vatikanische Konzil und die Erneuerung der Liturgie (Stadtpfarrkirche) und um 20.30 Uhr mit der Vernissage im Kulturzeughaus.