Der Hunger in der Welt sei ein „himmel-schreiender Skandal“ schrieb Papst Franziskus zum „Welternährungstag“ am 16. Oktober an die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO. In Österreich protestierten die Entwicklungsorganisationen vor dem Parlament.
Ausgabe: 2013/43, Welternährungstag, Tag der Armutsbekämpfung
„Ein Ende der leeren Worte und schönfärberischen Sprechblasen“ forderten Österreichs Entwicklungs- und Hilfsorganisationen vergangene Woche bei einer Kundgebung vor dem Parlament. Anlass dazu boten der „Welternährungstag“ und der „Welttag zur Armutsbekämpfung“ am 16. und 17. Oktober sowie die Veröffentlichung des „AidWatch-Reports“. Dieser Bericht des Dachverbandes von 1600 europäischen Entwicklungsorganisationen beklagt nicht nur die beschämend niedrigen Aufwendungen Österreichs für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, sondern auch deren „Wirksamkeit“ für die Menschen in den armen Ländern. Trotz des Versprechens Österreichs, bis 2015 0,7 Prozent des Nationaleinkommens (BNE) für die Entwicklungsförderung auszugeben, waren es im vergangenen Jahr nur 0,28 Prozent. Das waren lediglich um 0,01 Prozent mehr als im Vorjahr, wobei die wirksamste Hilfe, die Mittel für die Projektarbeit vor Ort, spürbar gekürzt worden war. Kritisiert wird in dem Report auch die Zahlentrickserei, die – neben anderen Ländern – auch Österreich anwendet, etwa wenn die Kosten für die Grundversorgung von Asylwerbenden als Entwicklungshilfe ausgegeben wird.
Schande
Der evangelische Bischof Michael Bünker beklagte, dass der „Welternährungstag“ immer noch ein „Welthungertag“ sei, weil die Industrieländer nicht bereit seien, die versprochenen Mittel für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele bereitzustellen. Dazu gehört auch das Ziel, den Hunger in der Welt zu halbieren. Österreich trage an dieser Schande mit, betonte Bünker, und forderte von der neuen Regierung, endlich ihre Versprechen zu erfüllen. Das sei, so Heinz Hödl von der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz, eine Frage des politischen Wollens. „Andere Länder schaffen das auch, trotz Wirtschaftskrise und Sparkurs.“