In Ägypten hat es am 26. Mai erneut einen verheerenden Anschlag von mutmaßlich islamistischen Terroristen auf koptische Christen gegeben.
Ausgabe: 22/2017
30.05.2017
Bewaffnete Männer griffen nahe der Stadt Al-Minya einen Bus mit Christen an und töteten mindestens 28 Menschen. Internationalen Medien zufolge soll es zudem rund zwei Dutzend Verletzte geben. In dem Bus saßen 55 Kopten, die unterwegs zum Kloster Anba Samuel in der Provinz Al-Minya waren, einer Hochburg der Kopten, die 250 Kilometer südlich von Kairo liegt. Der Terroranschlag wird weltweit auf das Schärfste verurteilt. Der Großimam der al-Azhar-Universität, Ahmad Al-Tayyeb, erhielt die Nachricht von dem Anschlag in Berlin. Er debattierte gerade auf dem Kirchentag mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Thema der Veranstaltung des Evangelischen Kirchentages war „Toleranz und friedliches Zusammenleben“. Al-Tayyeb und der Minister zeigten sich erschüttert und sprachen von einer „bitteren Nachricht“. Der Imam betonte: „Kein Ägypter sympathisiert mit solchen Taten, kein Christ, kein Muslim“. Den Terroristen gehe es darum, die Stabilität in Ägypten zu erschüttern. Al-Tayyeb bat zum Abschluss alle Anwesenden um eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags.
Papst Franziskus hat den Anschlag als „barbarisch“ verurteilt. Er sei „tief betrübt“ über diesen „sinnlosen Akt des Hasses“. Besonders erinnerte er an die Kinder, die bei dem Attentat ums Leben kamen.