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Sonntag: In Sturm und Feuerzungen

Sturm und Feuer. Atem und Herz. Pfingsten bringt in Bewegung. Es gibt nur einen Geist. Jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt – damit sie anderen nützt.
Ausgabe: 22/2017
30.05.2017
© H.Nishitani - Fotolia

Wort zum Sonntag

Atem und Herz


Zwei Rhythmen sind für unser Leben grundlegend wichtig: der Herzrhythmus und der Atemrhythmus. Wenn einer dieser Rhythmen gestört ist, dann wissen wir gleich: Jetzt wird es ernst. Stopp! Normalerweise müssen wir für diese beiden Rhythmen gar nichts tun, außer sie durch unsere Lebensweise nicht zu stören. Sie sind uns einfach gegeben. Halten Sie einmal kurz inne und lassen Sie Ihren Atem kommen und gehen.
Im Atem spüren wir etwas vom Geheimnis Gottes. Der Atem durchströmt und erfüllt uns. Im Buch Genesis bläst Gott den Lebensatem in die Nase des Menschen. Wenn Gott allem den Lebensatem verleiht, dann lebt und atmet er in jedem und jeder von uns. Ich glaube, wir stellen uns Gott viel zu sehr als ein Wesen außerhalb der Welt und außerhalb des Menschen vor. Im Atem ist Energie Gottes, die zu meiner eigenen Kraft wird. Wenn ich diese Kraft für das Leben, für die Freiheit, für Beziehung einsetze, dann wirkt Gottes Heiliger Geist in mir. Dieser Geist ist in allen Menschen in ganz alltäglichen Dingen da – beispielsweise wenn ich mich in andere versetze, um ihnen weiterzuhelfen, wenn ich mit Schwierigkeiten fertig werde oder wenn ich erkenne, was jetzt wirklich wichtig ist. Gott wirkt leise in uns, egal ob Menschen diese Erfahrungen als Heiligen Geist deuten oder nicht.
Manchmal wird Gottes Geistkraft auch wie ein heftiger Sturm erfahren. Da werde ich kräftig durcheinandergeschüttelt. Es werden Gewohnheiten aufgebrochen, Sprachlosigkeit wird überwunden und Gleichgültigkeit besiegt. Da pulst Gott in mir wie beim Herzklopfen.
Gott in uns – mein Atemrhythmus und mein Herzschlag helfen mir, dass ich mir dessen immer wieder bewusst werde.

Zum Weiterdenken

Und wenn ich es am Morgen eilig habe, dann bete ich: Gott, atme du in mir.

Pfingstsonntag – Lesejahr A, 4. Juni 2017


1. Lesung

Apostelgeschichte 2,1–11
Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. 
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. 

2. Lesung

1 Kor 12,3b–7.12–13
Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. 
Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Evangelium

Johannes 20,19–23
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. 
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