„Mutter und Kind gehören zusammen, gerade wenn es kritisch ist . . .“, sagen zwei Krankenhaus-Seelsorger, die die politische Entscheidung für ein Zusammenführen von Kinder- und Frauenklinik in Linz begrüßen.
Die Krankenhaus-Seelsorgerin der Landesfrauenklinik, Mag. Elisabeth Leidenfrost, und der Krankenhaus-Seelsorger der Landeskinderklinik, Mag. Karl Mair-Kastner, halten die jüngste Zusage der Landespolitik für gut. Mit den Planungen für ein Mutter-Kind-Zentrum soll begonnen werden.
Nahe der Kinderklinik
Die Landesregierung folgte der Empfehlung des österreichischen Institutes für Gesundheitswesen. Baulich, funktionell und organisatorisch sei eine Zusammenführung von Frauenklinik und Kinderklinik zu einem Mutter-Kind-Zentrum sinnvoll. Der Standort sollte in der Nähe zur Kinderklinik und zum AKH in Linz gefunden werden.Dieser Argumentation folgen auch die beiden Seelsorger. Sie nennen Beispiele, wenn es gut ist, daß die Mutter- und die Kindes-Medizin unter einem Dach sind: Etwa wenn Kinder in kritischem Gesundheitszustand in die Kinderklinik müssen, die Mutter aber aufgrund beispielsweise einer Kaiserschnitt-Geburt nicht in der Lage ist aufzustehen, das Kind zu besuchen. Psychische Probleme für die Mutter, und wohl auch für das Kind, sind die Folgen. In einem Zentrum – die beiden Krankenhaus-Seelsorger sprechen von einem „Eltern-Kind-Zentrum“ – wären die Probleme geringer. Da könnte beispielsweise der Vater die Mutter zum Kind (im gleichen Haus) bringen.
Nähe ist viel wert
Im Kinderkrankenhaus gibt es eine gut ausgebaute Neugeborenen-Intensivstation, was sich fachlich gut ergänzt mit dem Leistungsspektrum der Frauenklinik. Ein weiteres Argument der Seelsorger: „Frühchen“ brauchen möglicherweise jahrelang etwas vom Krankenhaus. Da ist es viel wert, wenn die Schwestern und Ärzte das Kind schon kennen und auch die Eltern mit dem Spital vertraut sind. Dennoch bliebe so ein Eltern-Kind- bzw. Mutter-Kind-Zentrum ein überschaubares Krankenhaus.
Umfassende Hilfe
Warum aber sollte die öffentliche Hand ein solches zweifellos sinnvolles Zentrum führen? – Es gibt für die beiden Seelsorger einige Gründe. Etwa, daß das Soziale so wichtig sei, daß das Land selber die Angelegenheit in die Hand nehmen müsse . . . Und man müsse auch bedenken, daß ein öffentliches Krankenhaus z. B. für moslemische Frauen eine kleinere Hemmschwelle darstelle. Aber vor allem auch: Weil schon so viel vorhanden ist, was nur noch zusammengeführt werden braucht.Mutter und Kind (und wenn möglich auch der Vater) gehören zusammen, „gerade wenn es schwierig ist, denn es ist vielleicht ihre letzte Chance“, so die Grundüberlegung. In diesem Zentrum, das wäre schon ein Zukunftstraum, könnten Eltern zudem umfassende Hilfe erfahren, auch seelsorgliche und psychologische. Hier könnte den Familien in ihren unterschiedlichsten Sorgen etwas angeboten werden.
Kinderklinik
1998 wurden in der Kinderklinik 10.969 Kinder stationär aufgenommen, um die sich 530 Beschäftigte in den verschiedensten Berufen kümmerten. Das Krankenhaus hat etwa 260 Betten.
Frauenklinik
Die Landesfrauenklinik zählte im vergangenen Jahr 6.335 Aufnahmen; 2.395 davon waren Geburten. – Das Spital beschäftigt bei einer Bettenzahl von 120 Betten etwa 300 Beschäftigte.