42 Mitarbeiter/innen der Diözese widmen sich den jungen Menschen
Ausgabe: 1999/22, Jugendleiter
01.06.1999
- Isabella Ömer
Eine pädagogische Ausbildung oder langjährige Erfahrung sind Voraussetzung, um als hauptamtlicher Jugendleiter einsteigen zu können. Die Diözese sorgt für Weiterbildung.
„Mein Hirn“ - So nennt Daniela Adelsmair liebevoll ihren Kalender: ein dickes, schwarzes Buch voll mit etlichen Notizzetteln, in dem sich ihre Arbeit als Jugendleiterin in Leonding widerspiegelt. Das könnte so aussehen: Montag - Antrag für die Subvention schreiben. Dienstag - Teamsitzung, Getränke bestellen. Mittwoch - Mädchenabend organisieren und Zeltausflug ankündigen. Doch die organisatorische Arbeit ist nur eine Seite: Ab 17 Uhr ist das „Jugendzentrum Plateau“ geöffnet. Dann ist Daniela ganz für die Jugendlichen da: Sie redet mit ihnen, hört zu, hilft bei Problemen - und paßt auf, daß das Temperament ihrer Gäste im Zaum bleibt. Ihr Job macht der 23jährigen großen Spaß: „Ich kann selbstverantwortlich handeln und viel frei entscheiden.“ Mit den provokanten Bemerkungen mancher Burschen hat sie kein Problem: „Das nehme ich nicht persönlich, so ist es auch nicht gemeint.“ Warum sie gerade diesen Job gewählt hat? „Ich mag die jungen Leute einfach.“ Eigentlich ist Daniela Adelsmair ausgebildete Volksschullehrerin. Ihr Grundwissen kann sie auch als Jugendleiterin gut brauchen. Denn wer bei der Diözese in diesen Job einsteigen will, braucht eine pädagogische, soziale oder theologische Ausbildung wie zum Beispiel Theologie- oder Psychologiestudium, Pädagogische Akademie oder Erzieherkolleg. Auch ehemalige ehrenamtliche Jugendleiterinnen und -leiter mit jahrelanger Erfahrung haben Chancen, wenn sie einen Vorbereitungskurs absolvieren. Die Ehrenamtlichen waren Zielgruppe des zweijährigen Jugendleiter-Lehrgangs, den die Diözese inzwischen eingespart hat, zum Bedauern vieler Mitarbeiter der Jugendpastoral. Egal, welche Ausbildung man mitbringt: Praktische Erfahrung als ehrenamtlicher Jugendleiter oder Betreuer auf Jugendlagern ist beim Auswahlverfahren ein großer Vorteil. Neu ist ab Herbst ein Einführungskurs für Jugendleiter im ersten Dienstjahr. Darin können sie sich Fachkenntnisse aneignen, die ihnen noch fehlen, zum Beispiel Projektmanagement oder Gesprächstraining. Denn Feste organisieren oder Sitzungen leiten gehören fix zum Beruf. Insgesamt arbeiten 42 Jugendleiter hauptamtlich für die Diözese, zwölf davon in den sechs Jugendzentren. Der überwiegende Rest sind Dekanatsjugendleiter. Einer von ihnen ist Martin Schachinger, zuständig für das Dekanat Enns. Spontan, flexibel und ausdauernd - das fällt Martin ein, wenn man ihn nach jenen Eigenschaften fragt, die Jugendleiter unbedingt haben sollten. Seine Aufgabe ist es unter anderem, ehrenamtliche Jugendleiter zu unterstützen und größere Jugendmessen und -treffen zu organisieren. Mit 33 Jahren gehört Martin in seinem Job zu den Älteren. Das habe Vor- und Nachteile: „Ich muß mir Nähe und Vertrauen mehr erwerben als jüngere Jugendleiter. Andererseits werde ich von Erwachsenen leichter anerkannt und tue mir auch in disziplinären Fragen leichter.“ Eines betonen die Jugendleiter immer wieder: Ohne die Mitarbeit von Ehrenamtlichen läuft nichts. Sie sind es, die in den Gemeinden einen großen Teil der Jugendstunden halten und im Jugendzentrum mitarbeiten. Daniela Adelsmair vom Jugendzentrum in Leonding: „Die Ehrenamtlichen sind uns ganz besonders wichtig, sowohl als Menschen, als auch als Unterstützung für unsere Arbeit.“