Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat das Oberhaupt der orthodoxen Kirche, der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., bei seinem Besuch in Griechenland den Krieg verurteilt. „Der Krieg, jeder Krieg, ist nicht das Werk vernünftiger Verantwortlicher, sondern im Gegenteil das Werk von Gestörten.“ Der Patriarch verurteilte in derselben Rede vor dem Parlament zugleich jede Form von Völkermord. Dieses Verbrechen sei in der Geschichte stets das Werk von Menschen mit maßlos übersteigertem Selbstgefühl gewesen. Bereits am Tag zuvor hatte Bartholomaios die NATO-Bombardements gegen Jugoslawien scharf kritisiert. Es dürfe „ein zweifellos vorhandenes Übel nicht mit noch größerem Übel bekämpft werden. Das ursprünglich humanitäre Anliegen der Durchsetzung der Menschenrechte im Kosovo würde durch die seit Wochen anhaltenden Luftangriffe „zur Unmenschlichkeit verzerrt“. In der Forderung, die Luftangriffe und die Vertreibungen sofort einzustellen, sind die orthodoxen Kirchen, der Weltkirchenrat und der Papst einer Meinung. Bei einem Treffen hochrangiger Kirchenführer aus Ost und West am 18. Mai in Wien ist nach Worten des Moskauer Patriarchates eine „Grundlage für eine Friedenslösung in Jugoslawien“ erarbeitet worden.