Der besonderen Rolle der Landwirtschaft muß in den internationalen Handelsabkommen Rechnung getragen werden, fordern die europäischen Bauern.
Schon werden vor den nächsten Welthandels- (=WTO)-Verhandlungen, die vor allem zu einem Match USA gegen Europa zu werden scheinen, die „Waffen“ geputzt. Die USA machen Druck, daß die EU die Stützungsgelder für die Landwirte noch deutlicher zurücknehmen müsse. Die europäischen Bauern haben über EU-Einrichtungen im Mai 1999 darauf hingewiesen, daß eben diese USA ihre eigenen Farmer stützen. Der zeigefinger gegen Europa ist daher ungerechtfertigt. Kletzmayr: „Die Bauernvertretungen verlangen nicht die Verteidigung einer Festung Euorpa, sondern ausdrücklich die Festlegung von fairen Spielregeln auf den Weltmärkten.“
Es gehe zudem nicht nur um Bauerninteressen. Mit dem Modell der europäischen Landwirtschaft, das zeigte sich beim aktuellen Hormonstreit, werden auch Konsumenteninteressen ernst genommen und sind ökologische Standards durchsetzbar.
Kletzmayr: „Die multifunktionale Landwirtschaft erzeugt Lebensmittel höchster Qualität, schützt die Umwelt, erhöht die Artenvielfalt, betreibt Naturschutz, beugt Naturkatastrophen vor und schafft die Grundlage für viele andere Wirtschaftszweige, vor allem den Fremdenverkehr.“
Europa hat zudem ganz andere Voraussetzungen: Hier leben 115 Einwohner pro Quadratkilometer, in den USA 28, in Kanada bzw. Australien 3.