Am 16. und 17. Juni tagt die Österreichische Bischofs-konferenz in Salzburg. Das wichtigste Thema: die Fortführung des „Dialogs für Österreich“. Die Diözese Eisenstadt hat sich entschlossen, aus dem Dialog „Nägel mit Köpfen“ zu machen.
Mit seinem Fastenhirtenbrief hat Bischof Paul Iby das Startsignal zum „Dialog für Burgenland“ gegeben. Es handelt sich dabei um das bislang umfangreichste und konkreteste Projekt, den „Dialog für Österreich“ auf lokaler Ebene fortzuführen. Zwei Ziele stehen dabei im Vordergrund.
Eine Kirche öffnet sich
Das Prinzip Dialog als Wesenszug der Kirche soll mit lebendiger Praxis gefüllt werden. „Wir möchten hinhören, wo die Menschen der Schuh drückt. Wir möchten mit Betroffenen in schwierigen Lebenssituationen das Gespräch aufnehmen. Und wir möchten mit möglichst vielen Partnern über den Kirchenzaun hinaus in Kontakt kommen, mit Parteien, Interessenvertretungen und Gemeinderäten, mit Künstlern, Bildungs- und Erziehungsverantwortlichen, mit der Jugendszene und mit Volksgruppenvertretern“, umreißt Dialogorganisator Bernhard Dobrowsky die Linie. „So hat z. B. Bischof Iby in den vergangenen Monaten bei den Visitationen die Pfarren immer wieder ermuntert, sich mit den Gemeinderäten zusammenzusetzen und zu fragen: Wo sind Probleme, was können wir gemeinsam für die und mit den Menschen verbessern?“, berichtet Dobrowsky. Das Dialogbüro sieht er auch als Drehscheibe, die den Austausch zwischen den Pfarren, Organisationen und Gemeinschaften innerhalb der Diözese fördert. „So etwa hat die Pfarre Güssing angefragt, wie ihre Bibelgruppe konkret an dem Dialogprozeß teilnehmen könnte. Ihr konnten wir ein Modell aus der Pfarre Klingenbach weitergeben, wo versucht wurde, anhand von Bibelstellen einen Blick auf die Pfarre zu werfen: Wo sind unsere Defizite, wo ist was zu tun?“
Praktische Lösungen
Das zweite Ziel ist die Erarbeitung von konkreten Lösungen in den drei großen Themenbereichen „Unser Dienst am Glauben“ (Verkündigung), „Unser Dienst an den Gemeinden und an der Diözese“(Struktur- und Ämterfrage) und „Unser Dienst am Menschen“ (gesellschaftspolitische Fragen). Bewußt wurden damit die Themenschwerpunkte des „Dialogs für Österreich“ aufgegriffen. „Unser Dialog baut mit Absicht auf den Ergebnissen der Salzburger Delegiertenversammlung auf. Alles andere wäre eine Pflanzerei der vielen Menschen, die sich seit Jahren für eine Erneuerung der Kirche einsetzen. Unser Ziel ist es, daß – ausgehend von Salzburger Dialog-Voten – konkrete Lösungen erarbeitet werden – und zwar in den Pfarren ebenso wie auf regionaler und diözesaner Ebene“, betont Dobrowsky. „Nehmen wir zum Beispiel die Frage der Ökumene oder die Frage, wie die Kirche auf wiederverheirateten Geschiedenen zugeht, oder etwa auch die Frage, wie Frauen in der Kirche ihre Berufung leben können, oder nehmen wir die Probleme, die Kinder und alte Menschen in unserer Gesellschaft haben – das sind alles Themen, wo auch auf pfarrlicher Ebene schon sehr konkrete Lösungen möglich sind.“
Eine Pfingstversammlung
Noch vor dem Sommer werden an alle Pfarren und Organisationen die Voten der Salzburger Delegiertenversammlung ausgeschickt. Dazu gibt es entsprechende Arbeitshilfen und Rückantwortbögen. Ein Fragenkatalog zu den einzelnen Themen war bereits im Hirtenbrief von Bischof Iby enthalten. Ein Projektteam unter der Leitung von Bischof Iby und Pastoralamtschef Hans Haider, dem u. a. alle Salzburger Delegierten aus dem Burgenland angehören, koordiniert die Arbeit und setzt ergänzende diözesane Arbeitsgruppen ein. Zu Pfingsten 2001 soll in einer eigenen Diözesanversammlung ein konkreter Maßnahmenkatalog für das pastorale und gesellschaftliche Handeln beschlossen werden.
Bischof Paul Iby: „Beim ,Dialog für Burgenland‘ ist es uns wichtig, daß dieser Vorgang nicht von oben verordnet wird, sondern daß wir versuchen, die Basis anzusprechen und auf die Menschen genau hinzuhören, wo sie der Schuh drückt.“