Der in Vorarlberg geborene Abt Franz Pfanner besaß jenen religiösen Pioniergeist, der im Mariannhillerorden weiterlebt.
Zunächst war Wendelin Pfanner Weltpriester, dann wurde er Trappist und erhielt den Ordensnamen Franz. 1869 gründete er das Kloster Maria Stern bei Banja Luka in Bosnien, 80 Mönche traten in nur zehn Jahren ein.
Nun zieht es Franz Pfanner in den Süden Afrikas. Mit anderen Trappistenmönchen gründet er 1882 das Missionszentrum Mariannhill. Der Ort wird Mittelpunkt der Bantumission, eine Kleinstadt mit Schulen, Werkstätten, Krankenhäusern und Klostergebäuden entsteht. Von Anfang an lehnt der mittlerweile zum Abt geweihte Priester es ab, Weiße und Schwarze zu trennen. „Wir machen keinen Unterschied zwischen Farbe und Religion“, schreibt Franz Pfanner. Die gemischte Schule von Mariannhill ist vom ersten Tag an selbstverständlich. Doch Konflikte bleiben nicht aus.
Der missionarische Eifer einerseits und die strenge Ordensregel der Trappisten vertragen sich schlecht. Pfanner läßt sich als Abt absetzen und geht ins Exil. Am 24. Mai 1909 stirbt er auf der entlegenen Missionsstation Emmaus.Papst Pius X. verlieh dem Werk seine Anerkennung und machte Mariannhill 1909 zum Zentrum der Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill. Ihr Hauptsitz in Österreich ist Schloß Riedegg bei Gallneukirchen. Am 27. Juni findet dort anläßlich des 90. Todestages von Abt Pfanner ab 10 Uhr ein Fest statt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Einevon über dreißig
aus OÖ stammenden Mariannhiller Schwestern, die derzeit in aller Welt im Missionseinsatz sind, ist Sr. Damiana Sattmann. Die in Linz geborene 81jährige Schwester wirkt seit 1951 in Afrika. Derzeit ist sie in Nairobi (Kenia) für Straßenkinder tätig. – Insgesamt zählt die Mariannhiller-Ordensfamilie ca. 1400 Schwestern, Patres und Brüder.