Südafrikas Kirchen haben die Wahl von Thabo Mbeki, dem Kandidaten des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), zum neuen Präsidenten begrüßt. Der Sekretär der katholischen Bischofskonferenz, Pater Richard Menatsi, bezeichnete Mbeki als „praxisnahen Mann“, der „den Finger am Puls des Landes hat und der selber Hand anlegen wird“. Menatsi würdigte die Bemühungen des scheidenden Präsidenten Nelson Mandela um Versöhnung zwischen Weiß und Schwarz. Gleichzeitig drückte er aber auch die Hoffnung aus, daß sich Mbeki deutlicher für eine Gleichberechtigung beider Bevölkerungsteile einsetze. Es gehe darum, „effizienter“ zu werden, ansonsten bestehe die Gefahr eines „Verrats an den Armen“.
Auch die Generalsekretärin des südafrikanischen Kirchenrates (SACC), die Pastorin Charity Majiza, bezeichnete Mbeki als „sehr pragmatischen Menschen“, der das notwendige „Gleichgewicht“ zu wahren wisse.
Mit 66,36% der Stimmen verfehlte der ANC nur um ein Mandat die für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung. Mit 28 Mandaten völlig zurückgeworfen an vierter Stelle blieb die Neue Nationale Partei, die jahrzehntelang als Partei der Apartheid die Geschicke des Landes bestimmt hatte.