Nichts Neues unter der Sonne – was es heute gibt, gab es auch damals zur Zeit des Propheten Jesaja: Amtsmissbrauch. Der Vorsteher des Hauses, der Verwalter des königlichen Palastes und damit so etwas wie der Premierminister mit Namen Shebna (hier können Sie auch Namen hochgestellter Personen aus Österreich einsetzen) benutzt sein Amt zu seinem eigenen Vorteil, um sich persönlich Ansehen und Reichtum zu verschaffen. Gott aber steht auf der Seite seines durch die selbstsüchtigen Amtsträger ausgebeuteten Volkes und verjagt Shebna von seinem Posten.
So spricht Gott, der Herr der Heere . . . zu Schebna, dem Tempelvorsteher: Ich verjage dich aus deinem Amt, ich vertreibe dich von deinem Posten. An jenem Tag werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas, berufen. Ich bekleide ihn mit deinem Gewand und lege ihm deine Schärpe um. Ich übergebe ihm dein Amt, und er wird für die Einwohner Jerusalems und für das Haus Juda ein Vater sein. Ich lege ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter. Wenn er öffnet, kann niemand schließen; wenn er schließt, kann niemand öffnen. Ich schlage ihn an einer festen Stelle als Pflock ein; er wird in seinem Vaterhaus einen Ehrenplatz einnehmen.
2. Lesung Röm 11, 33–36
Mit diesen Versen beschließt Paulus jene Kapitel 9 bis 11 des Römerbriefes, in denen er darum ringt zu verstehen: Ein Großteil Israels war nicht zum Glauben an Jesus gelang, und Paulus leidet darunter. Trotz der „Verstockung eines Teiles Israels“ aber weiß er: Gottes Bund mit Israel ist nicht ungültig geworden, das Wort Gottes nicht hinfällig – ganz Israel wird gerettet. Paulus preist den Reichtum und die Weisheit Gottes.
O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege! Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Wer hat ihm etwas gegeben, sodass Gott ihm etwas zurückgeben müsste? Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.