Sprache finden. Stillstand in der Entwicklungspolitik
Kommentar
Ausgabe: 1999/34, Entwicklungspolitik
24.08.1999
- Walter Achleitner
Wer heute von „Entwicklungspolitik“ spricht, setzt sich dem Verdacht aus, mit entwicklungsmäßig irgendwann in den 80er Jahren stecken geblieben zu sein. Um in der „Dritte Welt“- Diskussion mitreden zu können, braucht man einschlägige Lexikas, um das vorwiegend englischsprachige Fachvokabular verstehen zu können; schwierige Fragen sind gespickt mit komplizierten Worten. Desinteresse, nicht nur der Politiker begleitet den Skandal, dass Österreich, das immerhin zehntreichste Land der Welt, eine lächerliche Summe für öffentliche Entwicklungshilfe ausgibt. In der nun geforderten Neuorientierung der Entwicklungspolitik muss es auch gelingen, zu einer verständlichen Sprache zurückzufinden, um den herrschenden Stillstand in der Diskussion zu überwinden.