- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Dr. Dieter Eder
Humor ist ein wichtiger Humus christlicher Gemeinden. Bei den Festen im Sommer ist das besonders spürbar.
Am 25. Juli wurde in Schönau im Mühlkreis das renovierte Pfarrheim gesegnet. Bei diesem Anlass stellten Theatergruppe und Schüler der Volksschule Szenen aus der kirchlichen Ortsgeschichte dar. Launigen Abschluss fand das Spiel in der Darstellung eines Besuchs, den Bischof Zauner – natürlich per Motorrad eintreffend – der Pfarre Schönau beim ursprünglichen Pfarrheimbau 1966 abgestattet hatte.
Der Bischof wurde in seiner originalen Motorradkluft, die sich die Schönauer im Bischofshof ausgeliehen hatten, dargestellt. Mit Helm, Brille und langem dicken Gummimantel war er natürlich nicht als der oberste Seelenhirte des Landes erkennbar. So spielte er in der Szene in seiner schalkhaften Art der tüchtigen Pfarrhaushälterin einen Streich. Er fragte sie auf dem Ortsplatz nach dem Weg zum Pfarrheimbau. Die eilige Köchin nahm sich aber keine Zeit für lange Erklärungen, hastete weiter und meinte nur, man möge sie nicht aufhalten. Sie müsse schnell noch etwas einkaufen, denn der Bischof werde bald eintreffen. Diese energische und umsichtige Pfarrhaushälterin leistete, so wie es damals war und heute ist, unverzichtbare und wertvolle Mitarbeit in vielen pfarrlichen Aufgaben. Da darf man wohl selbst einmal einem Bischof gegenüber schnippisch sein . . .
Im ernsten Teil erinnerten Ministrantinnen und Ministranten in Gedichtform an die Worte Bischof Zauners, die er 30 Jahre zuvor bei einer Pfarrheimsegnung gesprochen hatte. Er rief dazu auf, neben den festgemauerten Kirchen- und Heimbauten auch und vor allem an einer lebendigen, geistigen Kirche zu bauen.