Auch Dinge haben ihre Namen – wenn man sie und die Menschen, die sie gefertigt haben, achtet.
Zugegeben. Die Liste an Veränderungen dürfte lang werden. Die Liste mit jenen Dingen nämlich, mit denen wir uns umgeben und bei denen wir irgendwann einmal ein schlechtes Gewissen hatten – oder vielleicht haben sollten –, dass wir sie uns angeschafft haben. Dinge, bei deren Produktion Menschen ausgebeutet wurden oder für die ein unverantwortbares Maß an Rohstoffen verbraucht wurde. Bei Kleidung am eigenen Körper fängt es an: Die Hemden, genäht in Ländern mit Billigstlöhnen; die Sportschuhe, von Kinderhänden in einem Fernostland gefertigt. Die Möbel im Haus, sie entsprechen der Mode. Aber während die Großeltern ihre Möbel noch ein Leben lang benutzt hatten, ist das schon, ja die wievielte Wohnzimmergarnitur? Und die Stereoanlage ist auch schon die Dritte. Wie viele Radios stehen eigentlich im Haus? Und dann der letzte Urlaub! Fliegen war ja noch nie so billig. Also ging es um des Vergnügens willen in die Ferne. An den Verspätungen im Flugverkehr konnte man merken, wie viele es inzwischen tun. Billig – aber auch zu Recht?Die Welt ist eben so geworden, als Einzelner kann man nichts tun, sagt man. Moden und Billig-angebote gewinnen immer wieder die Oberhand über unsere kleinen Lebensentscheidungen. In Summe aber macht es den Lebensstil aus – den meines Lebens.
Finde den Weg, auch in diesen Dingen gerecht zu handeln. Das heißt nicht, sich sofort von all dem zu trennen, was man nicht verantworten kann – das wäre der nächste Fehler. Erst wenn ein Gegenstand verbraucht ist, wenn das nächste Mal etwas angeschafft werden muss, sollte der Neukauf unter dem Aspekt der Gerechtigkeit geschehen. Das können sich nur Reiche leisten, sagt man. Aber: Produkte so lange zu verwenden, wie sie verwendbar sind, bringt vieles an Ersparnis. Auch zu Dingen kann man Beziehungen haben – wenn man auf sie Acht gibt. Abstand zu nehmen von den vielen Möglichkeiten, die der Markt bietet, sich zu fragen, wie die Dinge entstanden sind, wer sie gemacht hat, diesen Dingen dann treu zu bleiben, das ist ein Weg. Niemand hindert einen daran, den ersten Schritt heute zu setzen.