So wirklich gelernt haben die international Verantwortlichen bisher nicht viel aus der Tragödie im Kosovo. Unerkärlich ist es, dass die internationale Staatengemeinschaft wieder zusieht, wie die Gewalt eskaliert. Nur dieses Mal passiert es auf Osttimor, der unter Verletzung internationalen Rechtes 1975 besetzten Halbinsel. Zwar ist es der UNO gelungen, zwischen Portugal und Indonesien zu vermitteln. Doch für die viel zu kurzfristig anberaumte und bereits zweimal verschobene Volksabstimmung schickte die Weltorganisation lediglich 330 Beobachter; weit über 10.000 Militärs stellt die indonesische Besatzungsmacht. Waren das die versprochenen „freien und fairen“ Bedingungen? Und nach der seit Wochen anhaltenden Gewalt ist zu befürchten, dass ohne Friedenstruppen der Terror auf Osttimor auch nach dem 30. August weitergehen wird.