Der Freispruch von drei Polizeioffizieren, die für ein Massaker an landlosen Bauern verantwortlich gehalten werden, hat in Brasilien scharfe Proteste der katholischen Kirche ausgelöst. Ein Gericht in Belem, der Hauptstadt des Bundesstaates Pará, hatte die Beweise gegen die drei Offiziere als „nicht ausreichend“ beurteilt. Bei dem Massaker von Eldorado dos Carajás waren am 17. April 1996 insgesamt 19 landlose Bauern getötet und 57 verletzt worden. Rund 1500 Landlose hatten die Nationalstraße 150 besetzt, um gegen die Verzögerungstaktik der Bundesregierung bei der Agrarreform zu protestieren. Bei den gerichtsmedizinischen Untersuchungen wurden an den Opfern Kopf- und Nackenschüsse festgestellt, die auf Exekutionen hinwiesen. Drei Jahre hatte es bis zum Prozessbeginn gedauert.„Eure Hände sind voller Blut, wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Sorgt für das Recht“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mehrerer katholischer Institutionen auf den Gerichtsentscheid. Der Prozess von Belem zeige, so die kirchlichen Einrichtungen, dass in Brasilien das Justizwesen darnieder liege.Dem Prozess gegen die drei kommandierenden Offiziere einer Spezialeinheit zur Bekämpfung von Demonstrationen sollen weitere Verfahren gegen die restlichen 147 Polizisten folgen, die an dem Massaker beteiligt waren. Der Freispruch der ranghöchsten Angeklagten aus Mangel an Beweisen müsse aber tiefe Sorge auslösen, betonen die kirchlichen Organisationen. Auf Grund des Verfahrens gewinne man den Eindruck, dass die 19 Bauern gar nicht getötet worden seien.