Sind sie noch Kinder oder schon Jugendliche? Die Phase zwischen 11 und 14 Jahren wird häufig als eine schwierige empfunden, die Kids sind nicht mehr Kind und auch noch nicht wirklich Erwachsene.
Mit ihnen beschäftigt sich das Österreichische Institut für Jugendforschung in dem Buch „Zwischen Welten“. Nur noch 16 % der 13-jährigen sehen sich als Kinder, bei den Eltern sind es 33 %, die ihre Sprösslinge als Kinder bezeichnen.
Elternbeziehung am Prüfstand
Hier kann man nach Geschlecht trennen. Burschen sehen im Vater einen Partner für Freizeitaktivitäten, einen Verbündeten, während Mädchen den Vater eher als streng erleben. Die Mädchen erleben die Mutter als Freundin und Diskussionspartnerin, aber es gibt auch viele Konflikte, die Beziehung schwankt zwischen Ablösung und Nähe. Bei den Burschen wird die Beziehung zu den Müttern erst im Alter von 15 bis 17 problematischer.
Freunde und Freundeskreis
Die meisten sozialen Kontakte werden in Schule und Nachbarschaft geknüpft. Vorerst sind die Freunde und Freundinnen gleichgeschlechtlich, auch in den Cliquen herrscht strenge Trennung, das jeweils andere Geschlecht wird als dumm oder überheblich bezeichnet. Erst nach und nach lösen sich die starren Begrenzungen auf. Obwohl Kids in diesem Alter meist noch geringe sexuelle Erfahrungen haben, zeigen sie sich gut informiert, was z. B. Verhütungsmöglichkeiten betrifft. Mädchen wie Burschen träumen von einer liebevollen und lang haltenden Partnerschaft.
Wertesystem
Ganz oben auf der Liste der wichtigen Werte stehen die Freundinnen und Freunde (auch noch bei 15- bis 17-Jährigen), die Kids sehnen sich nach Harmonie und Frieden, Macht und Reichtum stehen im Hintergrund. Junge Menschen zwischen 11 und 14 Jahren besitzen ein ausgeprägtes Problembewusstsein, sie machen sich häufig Gedanken über Politik, Kriege oder auch die Umwelt.
hr>Zwischen Welten – Das Leben der 11- bis 14jährigen, Sachbuch von Ingrid Kromer und Heide Tebbich, Herausgeber Österr. Institut für Jugendforschung, Verlag Zeitpunkt, Graz – Wien 1998, 144 Seiten, S 195,–.