Immerwährende Liebe kann niemand garantieren, die „Ehevorbereitung-intensiv“ ist aber eine gute Basis für ein glückliches Leben zu zweit. Die Diözese Linz richtet dieses Angebot an alle Paare vor der kirchlichen Trauung. Insgesamt acht Tage lang werden sie eingeladen, das eigene Beziehungsgeschehen zu reflektieren.Eine glückliche Ehe mit einem liebevollen Partner steht in der Wunschstatistik bei den Österreichern weit oben. Was lässt sich tun, damit Beziehung gelingt?
Für Liebe auf Dauer gibt es zwar kein Patentrezept, aber gute Startpositionen. Die optimale Form, sich auf das gemeinsame Leben zu zweit vorzubereiten, ermöglicht die Diözese Linz Paaren vor der kirchlichen Trauung mit dem Angebot einer „Ehevorbereitung - intensiv“. Diese findet im Bildungshaus Schloss Puchberg statt. Der Kurs verteilt sich auf acht Tagesseminare über acht Monate. Die teilnehmenden Paare sind von vornherein sehr motiviert. Beziehung bedeutet für sie einen hohen Wert. „Sie steigen aus der Alltagshektik aus, reflektieren das eigene Beziehungsgeschehen und das, was (schon) gelingt, was man weiterentwickeln, eventuell neu ,erfinden’ – vielleicht auch verändern – möchte!“ so die dipl. Ehe-Familien- und Lebensberaterin Angela Parzer, eine der Referentinnen.
Verschiedene Methoden
Der Angestellte Hans Langmann und die Studentin Theresia Bimminger haben an einem solch anspruchsvollen Seminar teilgenommen. Das Paar trifft die letzten Hochzeitsvorbereitungen – am 18. September wird geheiratet. „Die treibende Kraft für das Seminar war Theresia“, erzählt Hans und fügt sogleich begeistert hinzu: „Ich kann eine solche intensive Ehevorbereitung jedem empfehlen. Den meisten ist nicht bewußt, welche Chancen sie sonst versäumen“. Angela Parzer: „Der Prozess, der auch zwischen den Seminartagen bei den Paaren angeregt wird, löst Lebendigkeit und Entwicklung aus.“ Dafür sorgen hautnahe Themen aus dem Beziehungs-Alltag, wie z. B. Gesprächs-, Konflikt- und Versöhnungskultur – denn auch richtiges Streiten will gelernt sein.„Der achtsame Umgang gelingt jetzt besser“, finden auch Hans und Theresia. „Wir hatten jedesmal ein Aha-Erlebnis!“- so Theresia. Gerade bei der Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln ist ihr manches Licht aufgegangen. Auch Fragen um Nähe und Distanz, Erotik und Sexualität und nicht zuletzt um Glaube und Spiritualität fehlten in dem Seminar nicht. Nach Impulsreferaten wechselten Partnergespräche mit Gruppen- und Plenumsgesprächen ab. Auch reine Männerrunden und Gespräche von Frau zu Frau gab es zwischendurch.
Bleibende Freundschaften
Durch die wachsende Vertrauensbasis zu allen entstanden echte Freundschaften – vergangenes Wochenende trafen sich alle neun Paare bei einer der Hochzeiten.Frau Parzer weiß aus Erfahrung, dass schon viele Familienrunden aus Intensiv-Ehevorbereitung-Seminaren heraus entstanden sind. Garantieschein für das Glück zu zweit gibt es freilich nicht, aber: Auch, wenn keine Statistik über einen messbaren Erfolg vorliegt, ortet Angela Parzer bei den bewusst motivierten Paaren bedeutend mehr Krisenfestigkeit. Die Eheberaterin ermutigt daher auch andere Paare, sich auf einen solchen Lernprozess für ein konstruktives Miteinander-Umgehen einzulassen. Das hat auf die Ehequalität einen guten Einfluss.
„Durch die Ehevorbereitung haben wir uns noch intensiver kennen gelernt . Man nimmt die Dinge bewusster wahr, sieht den Partner mit neuen Augen und beginnt mit beiden Ohren anstatt mit nur einem Ohr auf ihn hinzuhören“. Hans LangmannPaare, die ihre Hochzeit planen, haben die Möglichkeit, ab Herbst an einer „Ehevorbereitung- intensiv“ teilzunehmen. Begleitet werden die beiden geplanten Seminare jeweils von Familienseelsorger Mag. Franz Harant und Angela Parzer sowie von Dr. Roman und Monika Leitner. Dieser Kurs dauert von Oktober bis Mai. Er findet an insgesamt acht ganzen Tagen statt. Anmeldungen: Familienreferat der Diözese, Tel. 0732/7610-35 11 oder Bildungshaus Schloss Puchberg Tel. 07642/46 5 58.