Eine bislang einzigartige Einrichtung für Menschen mit Behinderungen wurde in Schenkenfelden eröffnet.
Betreutes Wohnen und Arbeiten mitten im Ort – dies ermöglicht eine neue Einrichtung, die das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder initiiert hat.
Die „Lebenswelt Schenkenfelden“ wurde letzten Sonntag feierlich eröffnet. Nach einem Wortgottesdienst mit Diözesanbischof Aichern wurden die neuen Bewohner/innen und ihre Betreuer/ innen gesegnet. Gehörlose und taubblinde Menschen mit zusätzlicher Behinderung haben es nicht leicht, in unserer von Wort und Bild dominierten Welt einen Zugang zu finden. Oft leben diese Menschen in großer gesellschaftlicher Isolation.
Die „Lebenswelt Schenkenfelden“ möchte nun für diese Menschen die Türen zur Welt öffnen. Zwölf Gehörlose und Taubblinde werden mitten im Mühlviertler Ort Schenkenfelden wohnen, leben und arbeiten. Die Gebärdensprache ist hier die „allgemeine“ Sprache. Dies bedeutet, dass erstmals gehörlose Mitarbeiter/innen dem Betreuerteam angehören. Die „Lebenswelt“ besteht aus zwei getrennten Gebäuden mit Werkstätten, Therapie- und Unterrichtsräumen. Je nach Wunsch können die Bewohner alleine oder in Wohngemeinschaften leben. Unter Anleitung werden sie Keramik-, Holz- und Textilarbeiten gestalten und auch selbst vermarkten.
Das historische Gerstl-Haus, in dem die Werkstätten und Verkaufsräume untergebracht sind, beherbergte früher eine Gemischtwarenhandlung und eine Poststelle. In der Ortsmitte gelegen, bietet es ausreichend Möglichkeit,dass Menschen miteinander in Kontakt kommen. In der alten Greißlerei – das Interieur stammt aus dem 19. Jahrhundert – werden die Bewohner/innen ihre handgefertigten Waren anbieten und verkaufen.
23 Mitarbeiter/innen werden in der „Lebenswelt Schenkenfelden“ im Einsatz sein. Ziel ist es, Wege zur Selbstbestimmung aufzuzeigen und die Lebensqualität zu erhöhen. Die fachliche Leitung der Einrichtung liegt bei der Gehörlosenambulanz des Spitals der Barmherzigen Brüder in Linz.