Fledermäuse, Eulen und Greifvögel werden zu oft gestört
Ausgabe: 1999/37, Tiere, Schleiereulen, Kirchturm
14.09.1999
- Judith Moser
Beim Tag des Offenen Denkmals am 26. September laden vor allem Kirchen und Klöster zum Besuch ein. Meistens sind sie ständig bewohnt: von Fledermäusen, Eulen und Greifvögeln – vom Aussterben bedrohte Tiere.
Alle 19 in Oberösterreich beheimateten Fledermausarten stehen auf der Roten Liste, das heißt, sie sind vom Aussterben bedroht. Der oö. Naturschutzbund hat gemeinsam mit der Naturschutzabteilung des Landes die Aktion „Offene Türme, offene Dörfer“ gestartet, um auf die Probleme dieser Tiere aufmerksam zu machen.„Das größte Problem für Fledermäuse, aber auch Greifvögel und Eulen, ist, dass sie immer weniger Platz für die Aufzucht der Jungen haben“, so Naturschutzbund-Obmann Josef Limberger. Ein Kirchturm ist für sie etwa nicht mehr bewohnbar, wenn Gitter angebracht werden, die vor Taubenkot schützen sollen, aber auch andere Tiere aussperren.Der Naturschutzbund bietet Kirchen an, vor einem Umbau „Untermieter“ ausfindig zu machen und darüber zu beraten, wie diese am besten geschützt werden können. Es gibt auch Nistkästen als Ersatzquartiere. „Kirchen sind oft der letzte Zufluchtsort“, meint auch Dr. Edeltraud Buchberger vom Ökologiereferat der Diözese, „es wäre doch Aufgabe der Kirche, diese Geschöpfe zu schützen!“Auch die Errichtung von Handy-Sendern in Kirchtürmen ist für Fledermäuse ein Problem. „Die Tiere werden in den Wochenstuben gestört“, ist Buchberger überzeugt. Denn die Sender werden im Sommer errichtet, wenn die Fledermausweibchen in sogenannten Wochenstuben gemeinsam die Jungen aufziehen.„Es sind ja auch die gesundheitlichen Auswirkungen von Handys noch nicht erforscht“, so Buchberger, „Die Entscheidung in einer Pfarre sollte vor allem demokratisch zu Stande kommen.“
Am 26. September öffnen mehr als 100 Denkmalobjekte in Oberösterreich ihre Pforten – vielleicht gibt’s dabei ja auch tierische Bewohner zu sehen!