Bischöfe aus dem Nordosten Brasiliens besuchten Wels
Private Initiative finanzierte bereits mehr als 150 Zisternen
Ausgabe: 1999/37, St. Stephan, Weberberger, Brasilien, Bischöfe, Bischof
14.09.1999
- Elisabeth Leitner
Bischof Dom Andre de Witte setzt sich ein für die Kleinbauern und Landlosen in seiner Diözese. In Wels war er dieser Tage gemeinsam mit Bischof Weberberger zu Gast in der Pfarre St. Stephan.
Wels-St. Stephan. „Mit Wasser beginnt Leben“ – so lautete das Thema der Bischofsmesse in der Welser Pfarrgemeinde. Seit über fünf Jahren pflegt man eine enge Zusammenarbeit mit Bischof Dom Andre de Witte, der selbst schon 20 Jahre in Brasilien tätig ist. Das Wasser-Projekt für die Diözese Ruy Barbosa geht zurück auf eine Initiative von Hans Linsmaier. Wasser ist für die 450.000 Einwohner zählende Diözese Ruy Barbosa keine Selbstverständlichkeit. Der nächste Brunnen ist oft stundenlang entfernt, die Frauen müssen die beschwerlichen Wege mit den Wassereimern ohne fremde Hilfe zurücklegen. Dass jetzt in Ruy Barbosa an die 100 Zisternen jährlich erbaut werden, ist Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Linsmaier hat die Not der Landbevölkerung in Brasilien gesehen und einfach gehandelt. Mit dem von ihm ins Leben gerufenen Verein treibt er die Gelder auf, die jährlich für den Bau notwendig sind: 100 Zisternen kosten an die S 400.000,–. Über 150 erbaute Zisternen versorgen bereits an die 600 Familien mit frischem Wasser. „Interessant ist“, erzählt Hans Linsmaier, „dass sich das Zisternenprojekt zu einem Frauenprojekt entwickelt hat.“ Denn vor dem Zisternenbau waren hauptsächlich die Frauen die Leidtragenden: Sie mussten für ihre Familien von weither das Wasser organisieren. Die Teilnehmer der Projekte werden in Glaubenskursen auf die Projektarbeit vorbereitet und sollen letztendlich von der Hilfe durch andere zur Selbsthilfe kommen.