Kigali. Der ruandische Bischof Augustin Misago wird von einem Gericht in Kigali beschuldigt, sich während der Massaker vor fünf Jahren des Völkermordes und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht zu haben. U. a. soll er eine Gruppe von Mädchen an Hutu-Milizen ausgeliefert haben. Der Bischof weist die Vorwürfe entschieden zurück und spricht von einem Schauprozess, der ihm auf Geheiß von Präsident Bizimungu gemacht werde.
Armutsfalle Globalisierung
Berlin. „Marktwirtschaft und soziale Gerechtigkeit in Lateinamerika“ war das Thema einer hochkarätigen Expertentagung des deutschen kirchlichen Hilfswerkes Adventiat vergangene Woche. Dabei verwies der Vorsitzende des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM), Bischof Carvanjal aus Kolumbien, auf die „sehr harten Folgen“ der Globalisierung für seinen Kontinent hin. Die Schere zwischen Arm und Reich sei im letzten Jahrzehnt immer weiter auseinander gegangen. Durch die Öffnung der Märkte sei die Arbeitslosigkeit explodiert. In Lateinamerika gebe es keine angemessenen Spielregeln für eine „soziale Marktwirtschaft“, die ungerechte Güterverteilung gefährde auch die Demokratie.
Familienfonds außer Streit
Wien. Bei einer Diskussion des Katholischen Familienverbandes sprachen sich die Familiensprecher/innen der Parlamentsparteien gegen eine zweckentfremdete Verwendung von Familiengeldern aus. Überschüsse im Familienlastenausgleichsfonds müssten ausschließlich den Familien zugute kommen. Zuletzt wollte Finanzminister Edlinger Familiengelder zur Entlastung von Lohnnebenkosten abzweigen.