Auch nach dem Beschluss des Weltsicherheitsrates, eine UNO-Friedenstruppe nach Osttimor zu entsenden, ging das Morden der proindonesischen Milizen weiter. Nach Angaben aus kirchlichen Kreisen sind die indonesischen Militär- und Polizeikräfte an den Vertreibungen, Brandschatzungen und Plünderungen intensiv beteiligt. Mit ihrer Hilfe seien auch weitere Gangs aus anderen Inseln herbeigeschafft worden, heißt es in einem von der Kirche veröffentlichten Augenzeugenbericht aus Dili. In Militärkasernen wurde auch die Beute der systematischen Plünderungen bis zur Verschiffung zwischengelagert. Nach Berichten der UNO hat der Terror auf Osttimor bis zum Eintreffen der ersten Friedenstruppen am vergangenen Montag an die 10.000 Tote gefordert, 400.000 Menschen sind auf der Flucht, die Hauptstadt Dili ist völlig zerstört. Bischof Carlos X. Belo aus Dili warf bei einer Pressekonferenz im Vatikan der indonesischen Armee vor, dass sie seit Beginn des Jahres die Milizen gezielt aufgerüstet und ausgebildet hat. Er forderte das Internationale Kriegsverbrechertribunal auf, die verantwortlichen Militärkommandanten sowie Verteidigungs- minister General Wiranto, der von all diesen Vergängen gewusst habe, vor einem Gericht zur Verantwortung zu ziehen.