Im Herbst bin ich in eine neue Klasse gekommen, in der es eine Ausländerin und drei behinderte Kinder gibt. Obwohl es eine Integrationsklasse ist, wurden diese in der Pause oft verspottet. S., das ausländische Mädchen, war nicht gut in der Schule, da sie das Problem, oft ausgelacht zu werden, sehr beschäftigte. Ich hatte zwar viele Freunde in der Klasse, aber als ich sah, dass sich niemand zu ihr setzen wollte, beschloss ich, mich zu ihr zu setzen. Tatsächlich wurden wir gleich Freundinnen. Ich freue mich sehr, dass sie jetzt bessere Noten bekommt. Aber auch für die anderen Kinder wollte ich was tun. Ich setzte mich mit den Mädchen meiner Klasse zusammen, und bald waren wir uns einig, dass wir alle etwas dagegen unternehmen wollten. Wir baten unseren Musiklehrer um Hilfe. In der Musikstunde hatten wir dann eine heiße Diskussion. Da wir Mädchen fest zusammenhielten, ist es uns geglückt, die anderen zu überzeugen, dass wir alle verstehen und akzeptieren wollen. Meine Freundin und die behinderten Kinder in unserer Klasse werden nun in Ruhe gelassen. Ich glaube, mancher Jugendliche denkt, es sei cool, andere niederzumachen. Ein Klassenkamerad sagte: „Eigentlich macht es mir keinen Spaß, andere zu sekkieren. Doch ich habe gedacht, dass mich meine Freunde nicht akzeptieren, wenn ich nicht mitmache. Doch jetzt habe ich begriffen, dass es auch anders geht.“ (V. aus der Steiermark).