Der deutsche Architekt Emil Steffan hat neue Perspektiven im Kirchenbau eröffnet.
Eine Ausstellung in Linz zeigt nun sein Werk.Dem bedeutetenden Erneuerer des Kirchenbaus in den letzten 50 Jahren hat das Kunstreferat der Diözese Linz eine Ausstellung gewidmet. In der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung werden Werk, Theorie und Wirkung des deutschen Architekten Emil Steffan (1899 bis 1968) präsentiert.
Schon vor der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils hat Steffan in seinen Kirchenbauten den Mensch als Maßstab seiner Architektur genommen. Das Bauen für den Menschen, für die Gemeinde und ihr Tun im Raum hatte bei ihm Vorzug vor jedem ästhetischen Formalismus. Steffann, der als 27-Jähriger zur katholischen Kirche konvertierte, schuf seine ersten Kirchenbauten schon in den Dreißigerjahren.
Ab 1931 entwickelte sich seine Freundschaft mit dem Architekten und Baumeister Rudolf Schwarz. Gegenseitige künstlerische Beeinflussung und architektonische Zusammenarbeit waren die Folge. Beide wurden Weggenossen auf der Suche nach der Neugestaltung des Kirchenbaus.Allein in seinem letzten Lebensjahrzehnt hat Steffann Entwürfe für mehr als 40 Kirchen geschaffen. Insgesamt konnte er 48 Kirchenbauprojekte realisieren. In ihnen werden den Besuchern der Gottesdienstgemeinde Einfachheit und Schlichtheit, Freiheit und Offenheit, Geborgenheit und Beheimatetsein bewusst gemacht. Obwohl es in Oberösterreich keine Kirche von Emil Steffan gibt, hat er doch die heimischen Architekten beeinflusst.
Ausstellung: Uni für künstlerische und industrielle Gestaltung, Hauptplatz 8, 4020 Linz, Mo.–F.r: 10 bis 18 Uhr. Noch bis 13. 10. 99, Eintritt frei.