Georg Lohmeier sehnt sich zurück nach vergangenen Kirchenzeiten. Man muß ihm nicht in allem folgen, was er an der guten alten Form der Messfeier für gut findet. Bedenkenswert sind seine Argumente allemal. Ein bayerischer Humorist macht sich Gedanken über die Kirche.
Dieser Zorn ist kein Fluch. Wenngleich ich mich in der heutigen Kirche nicht mehr heimisch fühle. Es geht mir das Lateinische ab, die ehrwürdige Kultsprache. Auch wenn wir sie nicht verstanden haben, spürten wir doch ihre Erhabenheit über alle anderen Sprachen. Ihre prägnante Kürze tat einem wohl. Wie enttäuschend die deutsche Langsamkeit! Noch dazu des zu den Gläubigen deutlich sprechenden Zelebranten am Volksaltar. Je andächtiger und frömmer sie die Messe zelebrieren, desto langatmiger wird es. Heilige Zeremonien aber wollen mit bescheidener Raschheit vorgenommen werden. Wie in uralten Zeiten das Schlachten der Opfertiere am Opferaltar. Die internationale Kraft des Lateinischen in knapper Kürze gesprochen, in wohlformulierter Klangschönheit geschwind heruntergesungen: „... In unitate spiritus sancte Deus per omnia saecula saeculorum. Amen.“ ...
Wie erst fehlen mir die Orchestermessen an jedem gröBeren Feiertag! In jeder Vorstadtpfarrei, in jeder Dorfkirche sangen und geigten und bliesen sie unsere klassischen Messen. Aber den Zölibat haben sie gelassen, obschon es nur noch selten sich aufopfernde Zölibatessen gibt. ... Reformieren wir die Liturgiereform zurück und die Menschen werden wieder frömmer und glücklicher werden.
Georg Lohmeier. Der Zorn eines Christenmenschen. Langen Müller-Verlag 1999, 256 Seiten.