Um dem wachsenden Druck nach Entschuldung der ärmsten Länder zum Jahr 2000 entgegenzukommen, hatten die größten Industrienationen schon vor dem G7-Treffen in Köln einen Schuldenerlass von 70 Milliarden US-Dollar angekündigt. Darum konnte Gerhard Schröder in gönnerhafter Pose leicht in die laufenden Kameras lächeln, als ihm 16 Millionen Unterschriften aus 160 Ländern überreicht wurden. Und wie seit dem Junitag der Schuldenberg täglich weiter gewachsen ist, wurde der Erlass an immer mehr Bedingungen geknüpft. Nun schlug die Stunde der Wahrheit: Währungsfonds und Weltbank haben die Kölner Initiative beraten. Es zeigt sich, dass den Ärmsten nicht ernsthaft Schulden gestrichen werden, sondern gönnerhaft Skonto gewährt wird.