„Die Abwehr der politischen Kräfte war so groß, dass man sich kaum mit möglichen Kosten und Modellen beschäftigte“, sagte Dr. Inge Rohwani beim Studientag „Freiheit von Arbeit, Recht und Einkommen“ am 24. September im Bildungshaus Schloss Puchberg. Gemeint war die soziale Grundsicherung. Es gehe nicht darum, ob wir uns diese Form von Sozialstaat leisten können, sondern ob wir sie uns leisten wollen. Eine Konsequenz: 50 Prozent aller beschäftigten Frauen sind teilzeitbeschäftigt, oft ist dies nicht existenzsichernd. Will die Gesellschaft, dass die Existenz aller gesichert ist? Wenn ja, muss sie Arbeit, Erwerb und Vermögen teilen. Der zweite Referent, der Münchner Sozialforscher Dr. Gerhard Mutz, formulierte als Ziel, allen Menschen Zugang zu einer reduzierten Erwerbsarbeit zu schaffen, die aber einkommenssichernd ist. Die positiven und negativen Beispiele der sogenannten „Jobwunder“ zeigen nämlich, dass die Erwerbsarbeit nicht vermehrt werden kann: In den Niederlanden ist es gelungen, die Arbeitszeit pro Person zu senken. In den USA wurden mehr und mehr Menschen gezwungen, mehrere Mini-Jobs zugleich zu machen, und der Lohn sinkt, die Armut steigt.