Wenn es nach der Mehrheit der EU-Länder geht, könnte noch im Dezember eine Lockerung des Sonn- und Feiertagsfahrverbotes für schwere Lkw beschlossen werden. Fritz Gurgiser vom Transitforum hält dagegen: Eine solche Entscheidung
– steht im Widerspruch zu der von der EG 1996 beschlossenen Alpenkonvention (der inneralpine Verkehr ist auf ein Maß zu senken, das für Menschen, Tiere, Pflanzen . . . erträglich ist);
– steht im Widerspruch zu den Bemühungen, auch der EU, den Straßengüterverkehr auf die Schiene zu verlagern;
– nimmt keine Rücksicht auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten in den Gebirgsregionen (z. B. 50% Rückgang des Tourismus an der Inntal-Brenner-Route);
– nimmt keine Rücksicht auf die Gesundheit (laut WHO gibt es in Österreich jährlich 2400 vorzeitige Todesfälle durch Verkehrsschadstoffe. Seit 1985 haben die Stickoxide aus dem Lkw-Bereich zugenommen: Ennstal +71%, Brenner +74%, Rheintal +104%, Unterinntal +109%, Phyrn +138%, Tauern +164%);
– nimmt keine Rücksicht auf die angespannte soziale, familiäre und gesundheitliche Situation der Berufskraftfahrer;
– steht im Widerspruch zum Amsterdamer „Vertrag über die Europäische Union“, der die EU zur Achtung der historischen, kulturellen und religiösen Tradition (z. B. Respektierung eigenständiger Feiertage) der Mitgliedsländer verpflichtet.