Haben sich höchste vatikanische Kreise die Kritik zu Herzen genommen, dass die Kirche allzu grau erscheint? Als vergangene Woche die letzten Gerüste von der restaurierten Fassade von Sankt Peter abgenommen wurden, war die Überraschung perfekt. Statt in gewohnt einheitlich hellgrauem Stein, erstrahlt die größte und wichtigste Kirche der katholischen Christenheit in ungewohnter Farbenpracht. Die Säulen und das Dachgeschoss leuchten in Travertinweiß, die anderen Bauteile sind in hellem Sandbraun gehalten. Gewagt ist die Farbkombination der Mittelloge, von der aus an hohen Feiertagen der Papst den Segen erteilt. Die kleinen Säulen schimmern in Rot vor einer blassgrünen Wand. Zwei Farben, die eigentlich nicht für konservativ stehen – zumindest in der Politik.