Veranstaltungen mit Hannah Lothrop als Referentin – erst kürzlich von der Aktion Leben in Linz – sind immer mehr als ausgebucht.
Frau Lothrop, ein Kind durch Fehlgeburt oder kurz nach der Geburt zu verlieren war lange Zeit ein Tabuthema, betroffene Eltern umgab eine Mauer des Schweigens. Hat sich etwas verändert?
Erfreulicherweise ja. Man erkennt immer mehr, dass heilende Trauerarbeit notwendig ist und dass Verdrängung und Vergessen nicht funktioniert.
Wie kann die Trauerarbeit konkret aussehen?
Eltern – statistisch gesehen sind sehr viele Familien betroffen – brauchen Unterstützung, z. B. im Krankenhaus, um ihr totes Kind „kennen zu lernen“ und in seinem einzigartigen Wesen zu erkennen und ihm so Platz in der Familie zu geben. Auch das tote Kind hat ein Recht, mit Würde und Liebe behandelt zu werden.
Was wünschen Sie von der Umgebung?
Mitmenschen – Großeltern, Freunde, Paten –, die nicht wegschauen, sondern mittrauern und Erinnerungen teilen. Gemeinsame Trauer ist eine Form, das Unfassbare anschaulich zu machen. Verabschiedung, auch Rituale, und für gläubige Menschen kirchliche Handlungen sind nötig. Das bringt Frieden
Hannah Lothrop, Psychologin, Therapeutin, arbeitet in freier Praxis nahe Wiesbaden, Begründerin der Stillgruppen in Deutschland und – aus eigener Betroffenheit – Begleiterin von trauernden Eltern, die in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt ein Kind verloren haben. Buchautorin.