Eine der prägenden Gestalten der Kirche Lateinamerikas, der brasilianische Kardinal Aloisio Lorscheider, hat zu seinem 75. Geburtstag eine ernüchternde Bilanz gezogen. Die Situation in Lateinamerika habe sich in den letzten Jahrzehnten ständig verschlimmert. „Viele Träume wurden nicht Wirklichkeit. Befreiungstheologie, Basisgemeinden, Besserung der politischen und wirtschaftlichen Situation, dass Recht statt Unrecht herrscht und es weniger Arme gibt – nichts ist so, wie wir es uns vorgestellt haben.“ Lorscheider beklagte weiter, dass es auch in der Kirche an Solidarität fehle, der große Elan weg sei und es „mehr Dunkelheit als Licht“ gebe.