Auf der derzeit in Rom tagenden Europa-Synode wird von den Bischöfen die Situation in Kirche und Gesellschaft sehr unterschiedlich betrachtet. So beklagte der Utrechter Erzbischof, Kardinal Adrianus Simonis, dass Europa auf ein neues Heidentum zusteuere. Den Grund dafür sieht er im postmodernen Denken. Die Menschen, so Simonis, seien mit einem Fächer von Lebensüberzeugungen konfrontiert und bilden sich ein, selbst entscheiden zu können, was möglich ist und was nicht. Das Betonen der Wahrheit durch kirchliche Autoritäten werde als Zwang aufgefasst. Der St. Gallener Bischof Ivo Fürer warnte hingegen vor einer vereinfachenden, bloß negativen Sicht der gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen. Man müsse den Wandel erst einmal sorgfältig analysieren, bevor man ihn beklage. Fürer forderte dazu auf, neue Wege mit dem Mut zu Risiko und Eigenverantwortung zu finden.