Bei der Bischofssynode in Rom wurde viel geklagt über die Erscheinungen der Zeit – über die Verdünnung des Glaubens, die neuen Götter des Konsums und der Befriedigung der Lustbedürfnisse, über die „wilde Religiosität“, die nicht mehr auf die Vorgaben der Autorität hört, über den freiheitsverliebten Individualismus. Die beiden Schweizer Bischöfe Ivo Fürer und Kurt Koch warnten vor pauschalen Verurteilungen der Zeiterscheinungen und forderten zu einer sorgfältigeren Analyse auf. Sie appellierten an die Synode, die Zeit anstatt für pessimistische Kassandrarufe für konkrete Zukunftsvorschläge zu nutzen. Einen davon legte Kardinal Martini auf den Tisch: ein neues Konzil soll alle anstehenden „heißen Eisen“ aufgreifen.