„Ich wünsche mir so sehr, einmal auf die Sonnenseite des Lebens zu fallen!“ war der Ausspruch unseres ersten Arbeitslosen, den wir in unsere Pfarre beschäftigten. Und wirklich, wir konnten erleben, wie gut ihm die Sonnenseite tat. Voller Ehrgeiz und Freude ging er an die Arbeit, und viele schlossen ihn in ihr Herz. Auch wenn ihn die Vergangenheit wieder auf die Schattenseite des Lebens zog, haben wir keinen Tag bereut, ihm die Chance gegeben zu haben, weil etwas von seiner Hoffnung in uns selber wieder Hoffnung erzeugt hat.“ So fasst Pfarrer Haimo Schirmer aus Gatterhölzl ein Stück Erfahrung mit dem Projekt „Pfarren helfen Langzeitarbeitslosen zusammen. Mit Sozialromantik habe die von der Wiener Caritas ins Leben gerufene Pfarraktion für Arbeitslose nichts zu tun, meint die Sozialarbeiterin Christine Walter-Steininger. Sie betreut die Arbeitslosen in den Pfarrprojekten, besucht sie oft wöchentlich, um mitzuhelfen, dass die Betroffenen ihr Leben wieder in den Griff bekommen. „Manche haben das Arbeiten aufgehört, weil sowieso alles gepfändet würde, andere kommen aus der Haftanstalt, wieder andere haben Alkohol- oder Drogenprobleme oder sehr belastende Familienverhältnisse. Es gibt viele Hemmnisse, die dazu führen, daß Menschen aus dem Arbeitsprozess hinausfallen“, weiß Christine Walter-Steininger. „Manchmal ist es auch nur das Alter, das den Wiedereinstieg nach einer langen Kinderpause blockiert.“ Die Pfarrprojekte, so die Caritas-Sozialarbeiterin, bieten ein gutes Umfeld für das Hineinwachsen in den Arbeitsprozess und die Bewältigung der anderen Lebensprobleme.